was ist interessant?

Hunsrück, Taunus und Eifel. Alles, was diese Regionen für mich in den frühen Neunzigern während meines Grundstudiums in Mainz bedeuteten, war: langweilig. Das ging nicht nur mir so, sondern vielen anderen um mich herum auch. Wenn man jemanden kennen lernte, der oder die dort herkam – was an der Universität in Mainz häufig vorkam – war daran ausschließlich interessant, wie jemand es geschafft hatte, da herauszukommen. Ich hatte eine Mitbewohnerin, die so oft wie möglich nach Hause aufs Land fuhr. Unter uns anderen galt sie dadurch schon als Exotin.

Uns interessierten Studentenpartys, Theater und Lesungen. Und wenn Mainz zu klein wurde, fuhren wir nach Frankfurt, zum Beispiel in die Schirn. Es ist nicht so, dass wir die Natur um uns herum gar nicht wahrnahmen. Ich erinnere mich zum Beispiel noch daran, wie wir in die Obsthänge fuhren und das Auto eines Freundes mit Kirschen bewarfen, was uns aus einem mir heute nicht mehr ersichtlichen Grund viel Spaß machte. Danach fuhren wir wieder zurück in die Stadt und lernten, wie hartnäckig Kirschfarbe auf Autolack ist. Ich kann mich nicht erinnern, derweil wirklich bemerkt zu haben, wie schön es in der Umgebung ist.

Schlemmerwanderung Oppenheim

Schlemmerwanderung Oppenheim

Schlemmerwanderung Oppenheim

Schlemmerwanderung Oppenheim

25 Jahre später habe ich letzte Woche beim zentralen Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz gearbeitet. Am Tag davor trafen wir Freunde in Oppenheim und gingen zusammen auf die sogenannte Schlemmerwanderung, durch die Weinberge mit verschiedenen Stationen an Essensangeboten und Weinen. „Wie schön es hier ist!“, dachte ich die ganze Zeit. Und: „Warum habe ich das früher eigentlich nicht bemerkt? Warum hat mich das nicht interessiert?“

In den letzten Jahren habe ich das immer wieder gedacht. An der Saarschleife zum Beispiel, in Unterfranken, am Niederrhein, in Nordfriesland und im Bayerischen Wald, aber auch in Bulgarien und natürlich in der Schweiz.

Bulgarien

Belogradtschik

Abstieg zurück nach Zermatt

Riffelsee mit Blick aufs Matterhorn

Genfersee

Schilthorn

Rothornbahn

Halbinsel Eiderstedt

Wenn ich eine Weltreise machen würde, wäre sie früher vermutlich in alle möglichen großen Städte gegangen. Heute würde ich zum Great Barrier Reef fahren, nach Alaska, zum Goldenen Felsen in Myanmar, mit dem Zug durch die Rockies, nach Machu Picchu, ins Okavango-Delta und noch einmal in die Serengeti. Ich bin aber auch zufrieden, die Bäume und die Eichhörnchen auf dem Friedhof anzusehen. Das Gute an der Natur ist ihr einfaches Sosein. Es liegt etwas sehr Tröstliches darin.

(Mehr Bilder auf Flickr.)

 

happy holidays 2013.

Im Frühjahr erzählte mir die Dramaturgin der Neuen Bühne Nova Scena des Prager Nationaltheaters, dass sie nach Weihnachten eine Aktion mit Weihnachtsbäumen machen, die „Zweite Chance“: Anstatt den Baum auf den Müll zu geben, können Leute ihn auf den Platz vor der Neuen Bühne bringen und dort entsteht dann für kurze Zeit ein kleiner Wald. Eine schöne Idee.

Allen ein schönes Fest!

flausch am donnerstag.

Hier ein paar Bilder von der Safari in Tansania und Kenia. Ein Bericht der Reise folgt hoffentlich in den nächsten Tagen, nur soviel erstmal: es war sehr ereignisreich. Eine meiner Reisenden hat sich schwer verletzt und so lernte ich die nächtliche Notaufnahme eines entlegenen Buschkrankenhauses kennen, und dann kam der Terroranschlag in Nairobi, durch den wir unsere Pläne für die Reisegruppe spontan umdisponieren mussten.

Ostafrika selbst war nichts anderes als fantastisch, ein absolutes Sehnsuchtsland.

Giraffenpaar (Ngorongoro)

Elefantenkind (Serengeti)

Gazelle (Ngorongoro)

In der Lodge in Lake Naivasha

Zebras (Ngorongoro)

(Mehr Bilder bei Flickr: als Slide Show oder als Set.)

schweiz.

Ich arbeite seit dem 7. August in der Schweiz, quasi überall in allen Ecken, nächsten Donnerstag geht es wieder nach Berlin. Zwischenzeitlich nur Zeit für ein paar Impressionen auf Flickr. [#]

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