tddl 2013 [larissa boehning & benjamin maack].

Zuerst las ich von Larissa Boehning Das Glück der Zikaden, aber es packte mich nicht und ich brach es ab, denn ich hatte von ihr auch noch Lichte Stoffe. Das gefiel mir anfangs auch nicht so sehr (die Eingangsszene im Flugzeug), aber dann wurde es besser und am Ende fand ich Lichte Stoffe doch gut. Könnte für einen der Preise gut sein, wenn auch eher nicht den ersten.

Benjamin Maacks Buch Monster war mir stilistisch manchmal zu viel (Wiederholungen – Konjunktionen als Satzanfänge – sich wiederholende Konjunktionen als Satzanfänge) und ich brauche auch nicht sowas wie die Mystifizierung einer Eule, aber alles in allem konnte ich es auch ganz gut lesen, allerdings für mich eher kein Kandidat für einen der Preise.

Ich habe den Eindruck, dass es ein sehr solider Bewerb werden könnte, jedenfalls habe ich bisher in meiner Vorbereitung noch keine Ausreißer nach unten ausgemacht, aber andererseits weiß man ja nie, was die Autoren und Autorinnen im Bewerb so lesen. Die Spannung steigt. Großer Favorit ist für mich immer noch Joachim Meyerhoff, und ich erhoffe auch Preise für Anousch Müller und Katja Petrowskaja. Das ist mein bisheriges Spitzenteam. Als Nächstes lese ich Philipp Schönthalers Nach oben ist das Leben offen.

zwang vermeiden, verantwortung übernehmen.

„In meiner Arbeitsgruppe muss ich mich ein wenig aufregen, weil das konkrete Hilfeersuchen eines Vaters für seinen von massiven Zwangsmaßnahmen in einem Wohnheim betroffenen, autistischen Sohn, gänzlich unbeantwortet bleibt.“ [#]

Zu oft noch solche Vorkommnisse. Ich mag nicht an die Zeit denken, wann das für John relevant wird. Ob überhaupt ist wohl leider nicht die Frage. (Unter anderem deshalb bin ich in einer Arbeitsgruppe zur Qualitätssicherung in der psychiatrischen Versorgung. Was auch immer wir als Patientenvertreter da erreichen können.)

john jetzt auch mit autovervollständigen-funktion.

„Möchtest Du ein…?“
„Möchtest Du mit…?“
„Möchtest Du in…?“

Wir haben festgestellt, dass wir nur diese drei Satzanfänge zu sagen brauchen und John geht schon los in die entsprechende Richtung: in die Küche, zur Bank, auf der wir seine Schuhe anziehen, oder ins Bad. Denn so lauten die viel benutzten Sätze in unserem Haus vollständig:

„Möchtest Du ein… Eis?“
„Möchtest Du mit… dem Auto fahren?“
„Möchtest Du in… die Badewanne?“

Wir sagen jetzt aber immer nur noch:

„Möchtest Du ein…?“
„Möchtest Du mit…?“
„Möchtest Du in…?“

liebe.

Scott hat für das, was die verschiedenen Unterstützer unseres Kickstarter-Projekts bekommen, eine Datei erstellt: PDF’s, Taschenbücher und Fotos; mit entsprechenden Adressen und E-Mail-Adressen. Er hat die Datei auf unserem Desktop love genannt.

Buchstapel

Mittlerweile sind die Bücherkisten eingetroffen und heute haben wir die ersten 57 Bücher verschickt. [From Berlin with love.]

tddl 2013 [autoren & veröffentlichungen].

Wenn ich mir die Autoren und ihre kommenden Veröffentlichungen ansehe, kann ich mich des Marketing-Eindrucks des Bewerbs nicht erwehren.

Von Hannah Dübgen erscheint im August 2013: „Strom.“
Von Roman Ehrlich erscheint im August 2013: „Das kalte Jahr.“
Von Heinz Helle erscheint im Frühjahr 2014: „Brixen.“
Von Anousch Müller erscheint im August 2013: „Brandstatt.“
Von Katja Petrowskaja erscheint im März 2014: „Vielleicht Esther.“
Von Philipp Schönthaler erscheint im Juli 2013: „Das Schiff, das singend zieht auf seiner Bahn.“

Ich finde es sehr verständlich, dass die Verlage Autoren in den Bewerb zu bringen versuchen, von denen bald neue Bücher erscheinen. Ein Preisgewinn-Sticker auf dem Cover lässt die Verkaufzahlen sicher in die Höhe schnellen. Ich wünschte mir nur, dass die Juroren sich etwas unabhängiger davon machten, denn ihr Interesse ist doch (hoffentlich) ein anderes als das der Verlage. Mir scheint, Burkhard Spinnen setzt sich noch am meisten von der Kommerzialisierung ab.

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Jedes Jahr ist es wieder ein Problem, dass im Bewerb so viele Romanauszüge gelesen werden. Jedes Jahr stoßen die Juroren an Grenzen in der Beurteilung von Texten, weil sie Fragmente nicht außerhalb ihres Zusammenhangs einschätzen können. So viele Diskussionen und Spekulationen hat es damit verbunden schon gegeben. Uns wird vielleicht in diesem Jahr nichts anderes erwarten. Nur in einem Fall der oben genannten sehe ich diese Gefahr nicht dräuen, denn Heinz Helle hat Teile seines Romans „Brixen“ bereits veröffentlicht und hat mit dem Romanprojekt auch am Alfred-Döblin-Preis teilgenommen – zwei Ausschlusskriterien der Teilnahme-Statuten, er wird also einen anderen Text lesen. Bei den anderen weiß man es noch nicht, aber ich erwarte nun wieder viele Romanauszüge.

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Von Larissa Boehning möglicherweise auch, denn sie las in letzter Zeit in einer Rechtsanwaltskanzlei, sowie auch in Wewelsfleth aus ihrem in Arbeit befindlichen, aber noch unveröffentlichten Roman „Zucker.“ Die Geschichte wird so beschrieben: „Juliane verliebt sich in Mattis. Der entzieht sich ihr und erschleicht erst das Vertrauen, die Liebe und dann das Vermögen von Annemarie, die vom Alter her seine Mutter sein könnte.“ Huch, klingt wie eine Telenovela.

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Nikola Anne Mehlhorn liest laut ihrer Website einen Text mit dem Titel „Requiem der Vierzigjährigen.“ Das macht mir ein bisschen Angst, weil es so nach Mittvierzigerblues einer wohlsituierten Akademikerfrau klingt, die spät Mutter wurde und irgendwelche Sorgen daraus konstruiert. In der Zwischenzeit fand ich aber eine Hördatei von „Salzflut,“ die mir besser gefiel als der Staccato-Text der kurzen Sätze. Es klingt vorgelesen für mich sehr anders. (Frage mich, warum sie es nicht so schreibt, wie sie es liest.)

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Schönes Weblog von Anousch Müller, habe ich gleich abonniert. [#]

tddl 2013 [joachim meyerhoff & zé do rock]

Mit Zé do Rock konnte ich mich nur mäßig anfreunden. Im Einzelnen war „jede sekunde stirbt ein nichtraucher“ oft lustig, einfallsreich, spielerisch, aber auf Dauer hat es mich dann doch eher ermüdet. (Ich bin aber gespannt auf den Unterhaltungswert. Aus irgendeinem Grund musste ich gleich an Bodo Hell und die Maultrommel aus dem Bewerb 2006 denken.)

[Schöne Definition aus „jede sekunde stirbt ein nichtraucher:“ „befehl – eine bitte wo das ‚bitte‘ fehlt.“]

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Sehr gut fand ich Joachim Meyerhoffs „Alle Toten fliegen hoch. Teil 1: Amerika.“ Ich las es gleich nach Nikola Anne Mehlhorns „Salzflut.“ Nach deren abgehackten Stil und permanent wertender und abwertender Haltung empfand ich die ausformulierten, ruhig auch mal längeren, dabei aber immer sehr klaren Sätze von Meyerhoff als eine Wohltat. Auch gefiel es mir sehr, dass der Text überhaupt nicht so gewollt bedeutungsschwanger ist, dabei aber immer sehr wohl Tiefe hat. Der Blick auf das Erzählte bleibt gänzlich ohne Bewertung und so kann Meyerhoff absurde Vorkommnisse oder Charaktere erzählen, ohne dass diese dabei bloßgestellt werden. Das ist alles sehr schön gemacht. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, den ich mir gleich in der Bibliothek bestellen werde, wenn ich nach Berlin zurückkomme. Ich erkläre Joachim Meyerhoff hiermit für meine Begriffe zum ersten heißen Bewerbsanwärter.

tddl 2013 [autoren und juroren].

Es ist bald wieder soweit, der Bachmannpreis naht. Hier eine Übersicht, welche Jurorin welche Autorin eingeladen hat [Ausprobieren des generischen Femininums].

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Larissa Boehning: Meike Feßmann
Hannah Dübgen: Juri Steiner
Roman Ehrlich: Paul Jandl
Verena Güntner: Paul Jandl
Heinz Helle: Daniela Strigl
Nadine Kegele: Burkhard Spinnen
Benjamin Maack: Hubert Winkels
Nikola Anne Mehlhorn: Juri Steiner
Joachim Meyerhoff: Hildegard E. Keller
Anousch Müller: Meike Feßmann
Katja Petrowskaja: Hildegard E. Keller
Zé do Rock: Burkhard Spinnen
Philipp Schönthaler: Hubert Winkels
Cordula Simon: Daniela Strigl

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#tddl13

Ich habe mir sechs Bücher aus der Berliner Bibliothek mit nach Prag genommen, wo ich meine Zeit gerade mit einer Gruppe alternder Blumenkinder verbringe, denn meine Reisegruppe besteht komplett aus Berkeley-Alumni. Als ich heute eine Dame fragte, wie es ihr gehe, sagte sie: „I feel a little discombombulated today.“ Das ist doch mal eine onomatopoetische Antwort. „I feel a little discombombulated today,“ das sage ich demnächst auch mal. Bisher habe ich nur ein Buch für den Bewerb gelesen, nämlich den kleinen Band „Salzflut“ von Nikola Anne Mehlhorn, eingeladen vom neuen Jury-Mitglied Juri Steiner. Leider hat mir „Salzflut“ gar nicht gefallen, mehr dazu vielleicht später noch.

unser buch ist da.

Cover Tomorrow Can Wait

Unser Buch ist jetzt bei amazon als Taschenbuch, als Kindle und auch bei CreateSpace zu haben.

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Munchkin Bunchkin Books; Auflage: 1 (4. Juni 2013)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0615829880
ISBN-13: 978-0615829883

Das war am Ende nochmal ganz schön stressig und einiges hat mit der Formatierung dennoch nicht ganz geklappt (Kopfzeile startet z.B. zu früh). Anscheinend stimmten meine Cover-Maße nicht, obwohl ich sie nach Handbuch angelegt hatte, jedenfalls wurde das Cover-Maß angepasst und dabei ist hinten der Text zu nah an den Rand gerutscht. Das werde ich dann alles in einer zweiten Auflage bei Gelegenheit noch verbessern. Ich kannte mich bei so vielen Sachen nicht aus, beim nächsten Mal wüsste ich vieles besser, das kommt der deutschen Version dann hoffentlich zugute. 

Ich habe übrigens kein DRM für die Kindle-Version genommen, so dass das Dokument auf mehreren Geräten lesbar ist. Ich hatte die Funktion aktiviert, dass man es verleihen kann, aber das ist wohl nicht angekommen. Auch steht bei der Taschenbuchversion Scott als Herausgeber, obwohl er das Buch lektoriert hat, und die amazon-Seite fürs Taschenbuch kennt die Kindle-Seite nicht. Es gibt also neben den Formatierungsproblemen noch ein paar weitere Baustellen. Da muss ich überall mal den Kundendienst kontaktieren.

Jedoch, an sich: Es ist da, hurra!