gelesen.

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Everett Ruess: A Vagabond for Beauty

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„And yet, there is always an undercurrent of restlessness and wild longing; ‚the wind is in my hair, there’s a fire in my heels,‘ and I shall always be a rover, I know.“

„You do not know how ridiculous life is unless you have had strange experiences and seen the ineffable absurdity of it all.“

„It seems that only in moments of desperation is the soul most truly revealed. Perhaps that’s why I am so often so unrestrained, for always I sense the brink of things. And as you say, it is impossible to grasp enough of life. There is always something that eludes one.“

„I thought that there were two rules in life – never count the cost, and never do anything unless you can do it wholeheartedly.“

„Why muck and conceal one’s true longings and loves, when by speaking of them one might find someone to understand them, and by acting on them one might discover one’s self? It is true that in the world such a lack of reserve usually meets with hostility, misunderstanding and scorn. Here in isolation I need not fear on that score.“

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[Die Legende des Aussteigers und Vagabunden Everett Ruess war mir schon öfter begegnet. Jon Krakauer erwähnt Everett zum Beispiel in Into the Wild, seinem Buch über Chris McCandless. Ich kenne sogar jemanden, der auf Everetts Spuren in Utah und Arizona unterwegs war. Jetzt habe ich endlich das Buch gelesen. Was mir bisher entgangen war: Everetts Leiche wurde 2009 nach 75 Jahren gefunden.]

[Oder die Leiche wurde doch nicht gefunden: Remains found in Utah are not those of vagabond artist, Everett Ruess.]

dokumentieren.

Portraits von J A Mortram: Small Town Inertia [#]

Nicht, dass es damit etwas zu tun hätte, aber letztens habe ich dieses Zitat von Carolyn Forché gelesen: „To say that things are indescribable … is in fact to fall into the metaphysics that allows such things to happen again & again.“

Immer weiter zu beschreiben versuchen, so oder so.

[Helen Keller: „A happy life consists not in the absence, but in the mastery of hardships.“]

back to the roots.

Elternsein: Ich nehme wahr, dass da anscheinend ganz viel Druck herrscht. Ich höre und lese das immer wieder, zum Beispiel hitzige Diskussionen, ob das Kind mit im Bett der Eltern schlafen soll oder nicht usw. Das lässt mich oft so ratlos zurück.

Also: Ich bekomme ein Kind, ich lerne mein Kind kennen, mit jedem Tag ein bisschen mehr. Ich finde langsam heraus, was ihm gefällt oder auch nicht gefällt. Auch daraus lerne ich mit jedem Tag ein bisschen mehr. Elternsein, das kann mir niemand abnehmen: Es bedeutet, sich auf das eigene Kind einzulassen. Ärzte, Erzieher, Lehrer, Familie, Freunde und andere Eltern können mir dabei sicher eine Hilfe sein, aber mehr eben auch nicht. Ich kann mich nicht umgucken, mit anderen vergleichen, nach Ratgebern richten, denn jedes Kind ist anders. Das Kind zeigt mir den Weg, niemand sonst. Ich verstehe nicht, warum Eltern von „normalen“ Kindern das oft nicht zu begreifen scheinen. Das funktioniert doch selbst mit meinem nicht-sprechenden Kind. Oder macht gerade die Tatsache, dass John nicht spricht, das für mich so offensichtlich?

Alles, was aus der Außenperspektive kommt, reicht nur ein bestimmtes Stück weit. Und wenn ich es zu nah an mich heranlasse, dann ist es sogar kontraproduktiv, weil es meine Intuition stört. Eine wichtige Kompetenz: Als Vater oder Mutter sollte ich mich nicht so leicht unter Druck setzen lassen. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen wäre da oft nicht schlecht. Das bedeutet nämlich gleichzeitig auch ein tiefes Vertrauen in das Kind. Ich jedenfalls vertraue John, dass er mir schon – sogar ohne Sprache und trotz seiner enormen Beeinträchtigungen – den Weg weist. Was ich dafür brauche? Zeit und die Möglichkeit, mich ohne die Außenperspektive mit ihm zu beschäftigen. Ziemlich einfach, back to the roots.

Deshalb möchte ich unter viele Postings in Weblogs von Eltern so gerne schreiben: Arbeitet Euch doch nicht so sehr an Themen ab, die irgendein „richtig“ oder „falsch“ implizieren. Es bringt nichts, denn es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt Eure Kinder, vertraut ihnen und Euch selbst.
[Willkommen in meiner Zauberlehrlingsschule.]

10 jahre bloggen.

Aus einem Jahr wurden mittlerweile also zehn.

Im Januar 2005 hätte ich wohl nicht gedacht, dass ich im Januar 2015 immer noch ein Weblog habe; statt mit dem kleinen Blondschopf auf dem Schoß dann an der Seite eines 1,85 m großen Teenagers.

Januar 2005