it might get loud.

Musik-Doku über Jimmy Page (Led Zeppelin), The Edge (U2) und Jack White (The White Stripes). In den dokumentarischen Segmenten interessant und gut, allerdings ist die Jam Session, die in der Broschüre als „Highlight des Films“ angepriesen wird, musikalisch dann doch nicht so ein Highlight, Jimmy Page ist deutlich aus der Übung, Jack White der überzeugendste, wahrscheinlich gerade weil er derjenige ist, der noch mittendrin steckt. Die dokumentarischen Teile kompensieren diese nicht-so-prickelnd-wie-angekündigte Jam Session allerdings gut – lohnenswert.

marin blue.

Ambitioniertes amerikanisches Independent-Kino, das auf voller Linie scheitert. Ich habe mich richtig drüber geärgert, vor allem wegen der intellektuellen Arroganz des Films gegenüber den Themen, die man sich für seinen mind-fuck hier klaut (Psychiatrie etc.). Das kann ich mit der Jugendlichkeit der Filmemacher und Schauspieler nicht vollends entschuldigen – für mich bisher mit Abstand der schlechteste Film der Berlinale.

london river.

Eindrucksvoller Wettbewerbsfilm über eine englische Mutter und einen afrikanischen Vater, die nach den Terroranschlägen 2005 in London nach ihren Kindern suchen. Ein paar kleine Mängel in der Dramaturgie (wenn die Tochter vermisst ist und die Mutter Zutritt zur Wohnung der Tochter bekommt, würde sie die Wohnung sofort auf jeglichen Hinweis hin durchsuchen, nicht erst Tage später – und ein paar mehr solch unlogischer Details). Diese Mängel sind ziemlich offensichtlich einer angestrebt spannenderen Entwicklung des Plots geschuldet, mir gefällt das in einem so klaren Film nicht, aber dennoch ist der Film unheimlich überzeugend, mitreißend, toll, weswegen er ja auch ohne diese unlogische Dramaturgie ausgekommen wäre. Besonders die Protagonistin spielt hervorragend – Favorit auf den Goldenen Bären für den besten Film und/ oder die beste weibliche Hauptrolle (allerdings habe ich ja auch nicht allzu viele Wettbewerbsfilme gesehen, und man hört ja, dass „Der Sturm“ Favorit ist).

beeswax.

Wenn man Kunstfilme mit zwei Handlungssträngen mag, die sich im Verlauf des Films gar nicht fortbewegen, aber für viele Dialoge sorgen, dann könnte dieser Film einem gefallen, mir aber in diesem Fall nicht – eher schwach.

one man village.

Kontrastprogramm zu Achterbahn, gänzlich unaufgeregte Doku über einen Libanesen, der als einziger Mann in einem Dorf wohnt, das im Krieg zerstört wurde. Wie er da zwischen diesen Ruinen lebt, mit seinen Tieren, das ist wirklich anrührend, und der Film transportiert so vieles, vor allem jenseits der Sprache und des Ausgesprochenen – stark, und bisher der beste Film, den ich auf dieser Berlinale gesehen habe.

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