{"id":1134,"date":"2009-07-09T21:02:34","date_gmt":"2009-07-09T19:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=1134"},"modified":"2009-07-09T21:09:24","modified_gmt":"2009-07-09T19:09:24","slug":"doch-kein-champagner-ganz-im-gegenteil-sogar-schulhelfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=1134","title":{"rendered":"doch kein champagner, ganz im gegenteil sogar [schulhelfer]."},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche wurden die Verhandlungen \u00fcber die Zumessung von Schulhelferstunden an den Berliner F\u00f6rderzentren entsprechend der neuen Verfahrensverordnung mit den Koordinatoren der Schulaufsicht in den Bezirken abgeschlossen. Basierend auf den Bedarfszahlen des Schuljahres 2007\/2008 hatte die Finanzverwaltung ein Budget von 8 Mio. \u20ac zur Verf\u00fcgung gestellt. Unklar ist, warum man nicht mit den tats\u00e4chlichen Bedarfszahlen des laufenden Schuljahres kalkuliert hat. Im laufenden Schuljahr wurden n\u00e4mlich 9,5 Mio. \u20ac ben\u00f6tigt, so fehlen schon jetzt mind. 1,5 Mio. \u20ac um den bestehenden Bedarf zu decken.<\/p>\n<p>Ein Problem f\u00fcr die F\u00f6rderzentren ist der steigende Bedarf bei der Integration in Regelschulen: da die Integration laut Schulgesetz Vorrang hat, werden den F\u00f6rderzentren Schulhelferstunden entzogen und an die Regelschulen gegeben. Die Integration geht auf diese Weise zu Lasten der am schwersten beeintr\u00e4chtigten Kinder. Wer Integration will, darf sich das daf\u00fcr n\u00f6tige Geld nicht ausgerechnet von den schwerstbetroffenen Kindern holen, die auch in F\u00f6rderzentren Schulhelfer brauchen, um \u00fcberhaupt ihr Recht auf Bildung zu verwirklichen. Wenn der Senat nicht m\u00f6chte, dass wir pl\u00f6tzlich alle schwerstbeeintr\u00e4chtigten Kinder zur Integration an Regelschulen anmelden, (einmal abgesehen davon, welche zus\u00e4tzliche Last wir unseren betroffenen Kindern damit aufb\u00fcrden w\u00fcrden), dann muss er die Versorgung in den F\u00f6rderzentren gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Auch die Schulhelfer an den F\u00f6rderzentren sind integrativ t\u00e4tig. Bestimmten Kindern wird es erst durch den Schulhelfer erm\u00f6glicht, \u00fcberhaupt eine Schule zu besuchen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und das Recht auf Bildung nicht mittels Hausunterricht erf\u00fcllt zu bekommen.<\/p>\n<p>Das Budget von 8 Mio. \u20ac ist gedeckelt, man orientiert sich also nicht am tats\u00e4chlichen Bedarf. Die Verteilung der Stunden durch die Koordinatoren der Bezirke an die Schulen wurde pauschalisiert, es sind kaum Antr\u00e4ge gesichtet worden, die Stunden sind also nicht dem Bedarf entsprechend verteilt worden. Die Aufteilung des Budgets erfolgte nach Zahl der Integrations-Sch\u00fcler und Zahl der F\u00f6rderzentren in den Bezirken, der Hochrechnungsfaktor f\u00fcr Integrations-Sch\u00fcler liegt bei 4, der Faktor f\u00fcr F\u00f6rderzentren bei 1, d.h. Bezirke mit mehreren F\u00f6rderzentren sind am st\u00e4rksten von den K\u00fcrzungen betroffen. Die Gesamtsch\u00fclerzahlen in den Bezirken w\u00e4ren die realistische Grundlage zur Verteilung des Budgets gewesen, bzw. die tats\u00e4chliche Anzahl der gestellten Antr\u00e4ge, die alle Zugangsvoraussetzungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: in Pankow bekommen die Panke-Schule und die Helene-Haeusler-Schule nur noch 50 Stunden\/ Woche f\u00fcr die gesamte Schule, die Buggenhagen-Schule 60 Stunden. An der Panke-Schule waren f\u00fcr das neue Schuljahr 180 Stunden \u2013 rechtm\u00e4\u00dfig mit allen Zugangsvoraussetzungen \u2013 beantragt, nur 50 wurden zugemessen. An der Helene-Haeusler-Schule sind es 155 ben\u00f6tigte Stunden, auch hier wurden nur 50 bewilligt, also knapp ein Drittel. Wie sollen die Schulen mit dem F\u00f6rderschwerpunkt \u201cgeistige Entwicklung\u201d die Kinder mit diesen viel zu geringen Zumessungen beschulen? Schon vorher haben sie am Limit gearbeitet.<\/p>\n<p>Trotz mehrfacher Zusage von Planungssicherheit f\u00fcr ein volles Schuljahr werden die wenigen Stundenbewilligungen au\u00dferdem zwar wom\u00f6glich f\u00fcr ein Schuljahr ausgestellt, aber die Gelder stehen nur pro Kalenderjahr zur Verf\u00fcgung, so dass die neuen Vertr\u00e4ge der Schulhelfer schon wieder am 31.12.2009, nach nur vier Monaten Laufzeit, enden werden. Somit gibt es weiterhin keine Planungssicherheit, nicht f\u00fcr Schulen, nicht f\u00fcr die Schulhelfer, nicht f\u00fcr die Eltern und somit auch nicht f\u00fcr eine planbare Perspektive unserer betroffenen Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Aufgrund der desastr\u00f6sen K\u00fcrzungen m\u00fcssen die freien Tr\u00e4ger vielen Schulhelfern mit dem Auslaufen ihrer Vertr\u00e4ge zum 31.07.2009 k\u00fcndigen. Wie (und ob) die schwerstbeeintr\u00e4chtigten Kinder und Jugendlichen nach den Sommerferien beschult werden, ist v\u00f6llig unklar.<\/p>\n<p>(Das gilt auch f\u00fcr John, der unter diesen Bedingungen die Schule nicht voll besuchen k\u00f6nnen w\u00fcrde, sondern wahrscheinlich nur 2-3 Tage pro Woche. Das w\u00e4re es dann auch gewesen mit meiner Berufst\u00e4tigkeit. Ich habe heute gleich beim Jugendamt einen Eilantrag auf Eingliederungshilfe f\u00fcr die Schule gestellt, was wahrscheinlich negativ beschieden wird, da die Eingliederungshilfe gesetzesm\u00e4\u00dfig nachrangig ist, und eigentlich die Bildung die Kosten tragen m\u00fcsste. Also bereiten wir uns mit vielen Familien auf eine Sammelklage vor. Die ganze Protestmaschine ist auch schon wieder in Bewegung, morgen vielleicht schon ein erster Zeitungsartikel.)<\/p>\n<p>Aktuelle Meldungen zur Lage sammeln wir bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Schulhelfer\">Twitter\/Schulhelfer<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche wurden die Verhandlungen \u00fcber die Zumessung von Schulhelferstunden an den Berliner F\u00f6rderzentren entsprechend der neuen Verfahrensverordnung mit den Koordinatoren der Schulaufsicht in den Bezirken abgeschlossen. 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