{"id":1714,"date":"2011-02-15T14:18:17","date_gmt":"2011-02-15T12:18:17","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=1714"},"modified":"2011-02-18T10:43:29","modified_gmt":"2011-02-18T08:43:29","slug":"kiss-each-other-clean","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=1714","title":{"rendered":"kiss each other clean."},"content":{"rendered":"<p>Valentinstag, Schmalentinstag, egal, trotzdem gefreut.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/valentinstag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1718\" title=\"valentinstag\" src=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/valentinstag-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><strong>moms with apps.<\/strong><\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine tolle Zeit, in der wir leben, eine Zeit, in der es sowas gibt wie <a href=\"http:\/\/momswithapps.com\/\">Moms with Apps<\/a>, das beschreibt unsere Zeit vielleicht fast schon hinreichend.<\/p>\n<p>Am meisten begeistert mich, dass es eine prima <a href=\"https:\/\/spreadsheets.google.com\/pub?key=0AjbIta8OTS0KdHRMVWx0Q3pvOWRXRXBfd01jc3lqakE&amp;hl=en&amp;single=true&amp;gid=0&amp;output=html\">Liste von Apps f\u00fcr autistische Kinder<\/a> gibt. Immer wieder muss ich daran denken, was mir eine Frau aus einer amerikanischen Reisegruppe sagte: &#8222;You are so lucky to live in this day and age. I have a child with a severe disability and it was very difficult to raise her, living in a small town during the Fifties, all alone, without access to information or help. Today, you have the internet! Everywhere!&#8220;<\/p>\n<p>Ja, heute haben wir das Internet (danke!) und wir haben Moms with Apps (thanks!). Yeah.<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/erst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1715\" title=\"erst\" src=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/erst-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>#<\/p>\n<p>Erst habe ich gar nicht bemerkt, wie gut die neue <a href=\"http:\/\/www.ironandwine.com\/\">Iron &amp; Wine<\/a> wirklich ist.<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><strong>der kommandospiegel.<\/strong><\/p>\n<p>John spricht in letzter Zeit immer mehr, um nicht zu sagen unabl\u00e4ssig. Ein sehr gro\u00dfer Teil ist reine Echolalie, da bekommen wir nun den verdienten Kommandospiegel vorgehalten: &#8222;H\u00f6r auf&#8220;, &#8222;Nein&#8220;, &#8222;Jetzt ist aber Schluss&#8220;, &#8222;Ins Bett gehen&#8220;, &#8222;Komm weiter&#8220;, &#8222;Setz Dich richtig hin.&#8220; Als ich mich gerade ernsthaft fragte, ob bei John wirklich nur das ankommt, lief er durch den Flur und rief: &#8222;Johnny, s\u00fc\u00dfer Spatz.&#8220;<\/p>\n<p>Einige S\u00e4tze kommen aus der Schule, zum Beispiel &#8222;Jetzt erst genug gegessen.&#8220; Aus der Schule kommt auch die Erw\u00e4hnung des Mitsch\u00fclers Konrad, der der alten Mitsch\u00fclerin Owens den Rang abgelaufen hat. Fr\u00fcher nahmen wir Owens \u00fcberallhin mit: &#8222;Owens! Geh da runter!&#8220;, ob am Strand in der Normandie oder auf dem Diamond Hill in Irland, Owens war immer dabei, heute aber ruft John den ganzen Tag: &#8222;Konrad! Kooon-raad!&#8220;<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/dann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1716\" title=\"dann\" src=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/dann-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>#<\/p>\n<p>Dann merkte ich, dass ich Phil Selways tolles Album <a href=\"http:\/\/www.philipselway.com\/\">Familial<\/a> verpasst habe, zum Gl\u00fcck hat es nun seinen Weg zu mir gefunden.<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p>Br\u00f6tchen mit Tsatsiki<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p>Habe mir eben die letzte Sendung <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3517136?documentId=6366112\">Druckfrisch<\/a> angesehen. Denis Scheck findet Giovanni di Lorenzos und Axel Hackes <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Wof%C3%BCr-stehst-Du-unserem-wichtig\/dp\/3462042416\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1297770348&amp;sr=8-1\">Wof\u00fcr stehst Du?<\/a> gut: &#8222;Auf welchen Polen man seinen moralischen Kompass ausrichtet, wodurch man Werte gewinnt&#8220;, diese Fragen beantworteten sie &#8222;kompetent und unpr\u00e4tenti\u00f6s. Leichte, aber keineswegs seichte Lebenshilfe, Respekt.&#8220; Ich mag die beiden Autoren, besonders Giovanni di Lorenzo, und ich fand das Buch zwar auch okay, aber Lebenshilfe? Vielleicht f\u00fcr privilegierte Menschen, die ein bisschen ihr schlechtes Gewissen pflegen m\u00f6chten. Mir kam das Projekt am Ende etwas unzusammenh\u00e4ngend vor, als habe man Textst\u00fccke und Meinungen, die man schon immer mal ver\u00f6ffentlichen wollte, in ein Buch gepackt, das dann aber vor allem entlarvt, wie privilegiert die beiden Autoren sind. Di Lorenzo zitiert Treffen mit einflussreichen Politikern und gro\u00dfen Wirtschaftsbossen, erz\u00e4hlt Anekdoten, etwa wie Bed\u00fcrfnisse und Krankheiten kreiert werden, um Produkte und Medikamente verkaufen zu k\u00f6nnen, das kennt man alles schon lange, Di Lorenzo steht geradezu ungl\u00e4ubig davor und scheint davon geschockt zu sein. Liest der Mann denn kein Internet? Die Ausrichtung des moralischen Kompasses und die Wertegewinnung ereignen sich in einer derart saturierten Wirklichkeit, dass sie nach meinem Gef\u00fchl leider eher in Belanglosigkeit als in Lebenshilfe m\u00fcnden. Ph\u00e4nomenologisch ist es ganz interessant, wie zwei h\u00f6chst reflektierte Menschen sich Moral und Werte aus einem solchen Schutzraum her konstruieren, aber man m\u00f6chte ihnen raten, mal sechs Monate von Hartz IV zu leben, in einer entsprechenden Wohnung und ohne Arbeit, und dabei am besten noch rund um die Uhr einen Demenzkranken pflegen. Der Erkenntnisgewinn, den sie daraus ziehen w\u00fcrden, der w\u00fcrde mich wirklich interessieren, und zwar viel mehr als Gespr\u00e4che mit Politikern und Wirtschaftsbossen. But that&#8217;s just me.<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/erstdann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-1730\" title=\"erstdann\" src=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/erstdann-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>#<\/p>\n<p><strong>erst eis, dann schokolade.<\/strong><\/p>\n<p>Neben der Echolalie spricht John zunehmend zielgerichtet und deutlich mit dem Willen zur Kommunikation. Vorletzten Sonntag auf dem Flohmarkt am Mauerpark bekam er am Eingang eine hei\u00dfe Waffel mit Puderzucker, dann liefen wir \u00fcber den Markt, und als wir fast am Ende waren, zog John uns zur\u00fcck und sagte: &#8222;Kuchen, Kuchen, Kuchen.&#8220; Er zog und sagte dabei so lange &#8222;Kuchen&#8220;, bis wir wieder vor dem Waffelstand standen.<\/p>\n<p>Am selben Tag fuhren wir im Auto an einer Tankstelle mit einem Langnese-Schild vorbei und John verk\u00fcndete von hinten laut und deutlich: &#8222;Eis kaufen gehen!&#8220; Das wurde als Belohnung nat\u00fcrlich sofort umgesetzt.<\/p>\n<p>In der Schule wird viel mit Erst-Dann-Karten gearbeitet, es soll den Kindern dadurch deutlich werden, dass sie nach einer erledigten Aufgabe eine Belohnung bekommen, um so die Motivation zur Kooperation zu erh\u00f6hen, etwa: &#8222;Erst Arbeitsstation, dann Schaukeln.&#8220; John hat dieses System kurzerhand f\u00fcr sich selbst angepasst und nun ruft er oft: &#8222;Erst Eis, dann Schokolade!&#8220; (Kluges Kerlchen, diese ganze Verhaltenstherapie muss man mit ihren eigenen Waffen schlagen.)<\/p>\n<p>#<\/p>\n<p>War eigentlich schonmal jemand in einem Gitarrenladen, ohne dass darin mindestens ein Poser herumsa\u00df, der gar nicht wirklich eine neue Gitarre ausprobiert, sondern ganz offensichtlich nur den Effekt seiner K\u00fcnste auf die anderen Kunden sucht? Scott und ich haben gestern beim Kauf einer neuen Gig Bag festgestellt, dass wir das weder in Chicago noch in Berlin jemals erlebt haben, einen Aufenthalt im Gitarrenladen ohne Poser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Valentinstag, Schmalentinstag, egal, trotzdem gefreut. # moms with apps. Was f\u00fcr eine tolle Zeit, in der wir leben, eine Zeit, in der es sowas gibt wie Moms with Apps, das beschreibt unsere Zeit vielleicht fast schon hinreichend. Am meisten begeistert mich, dass es eine prima Liste von Apps f\u00fcr autistische Kinder gibt. 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