{"id":2129,"date":"2011-06-14T12:40:31","date_gmt":"2011-06-14T10:40:31","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=2129"},"modified":"2011-06-14T12:48:29","modified_gmt":"2011-06-14T10:48:29","slug":"tddl-2011-gunther-geltinger-mensch-engel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=2129","title":{"rendered":"tddl 2011 [gunther geltinger: mensch engel]."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/IMG_1333.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2132\" title=\"Gunther Geltinger\" src=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/IMG_1333-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/IMG_1333-225x300.jpg 225w, https:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/IMG_1333.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Foto das Buch in der Pivnice<em> U \u010dern\u00e9ho vola <\/em>(Zum Schwarzen Ochsen) in Prag. Pfingsten in Prag, eine sehr gute Idee, wie auch Gunther Geltingers dorthin mitgenommener Roman <em>Mensch Engel<\/em>. Zuerst Metapherngest\u00f6ber, aber gerade als ich denke, es geht nicht, die gleiche Erkenntnis vom Protagonisten Engel: \u201eEs ist, muss er zugeben, also vollkommen sinnlos, dass er hier in endlosen, m\u00e4andrierenden S\u00e4tzen und mit \u00fcber die Ufer tretenden Sommermetaphern versucht, sich dieser Sache zu stellen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist der kluge Ansatz des Romans, gleich im ersten Satz des Romans eingef\u00fchrt: &#8222;Engel schreibt:\u2026&#8220;, von Anfang an zwei Ebenen zu er\u00f6ffnen: das, was Engel schreibt und das, was er selbst dann \u00fcber das Geschriebene denkt. So wird es m\u00f6glich, in dem, was Engel schreibt, dem Metapherngest\u00f6ber freien Lauf zu lassen, und dieses dann jedes Mal rechtzeitig von der Reflexion zu brechen. Auf diese Weise wird das immer neue Anrennen gegen das, was Sprache nicht zu erfassen vermag, deutlich, ein gescheiterter Versuch nach dem anderen, eine erste Liebe zu beschreiben. Durch den Schulfreund Marius entdeckt Engel seine Homosexualit\u00e4t, und was diese Liebe und diese Erkenntnis ausl\u00f6sen, das ist wirklich gut geschrieben. Unvergesslich das Schafmassaker, Engel z\u00e4hlt keine Sch\u00e4fchen, er gibt ihnen den Bolzenschuss, erst f\u00fcnfzig, dann hundert, dann f\u00fcnfhundert, so die Erz\u00e4hlung einer schlaflosen Nacht. &#8222;Als die Sonne aufging, lag der Schlaf in Schutt und Asche. Mit gefalteten H\u00e4nden, zur Brust gezogenen Knien und vom Kopfkissen zerfurchtem Gesicht kauerte Engel noch eine Weile \u00fcber dem Schlachtfeld und schaute zur\u00fcck auf die Tr\u00fcmmer. Dann stieg er aus dem Bett. Es war Wochenende.&#8220;<\/p>\n<p>Ich freue mich, dass ich dieses Buch durch die Bachmannvorbereitung entdeckt habe. Ich bin auf S. 58, werde hier aber keinesfalls abbrechen, sondern den Rest auf jeden Fall lesen. Vorl\u00e4ufige Prognose: wenn Gunther Geltinger im Bewerb einen \u00e4hnlich tollen Text liest, auf jeden Fall ein Top-Kandidat f\u00fcr den Preis.<\/p>\n<p>Anderthalb-Faktor: Hoch. Mehrere Beitr\u00e4ge f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/xrays.antville.org\/stories\/1071579\/\">Verein zur Rettung des Anderthalb<\/a>, zum Beispiel: &#8222;Der Vater, wusste Engel, w\u00fcrde in anderthalb Stunden aufstehen, weitere anderthalb Stunden sp\u00e4ter seine g\u00e4hnende, im Brotfach nach frischen Br\u00f6tchen kramende Schwester Juli&#8230;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Foto das Buch in der Pivnice U \u010dern\u00e9ho vola (Zum Schwarzen Ochsen) in Prag. Pfingsten in Prag, eine sehr gute Idee, wie auch Gunther Geltingers dorthin mitgenommener Roman Mensch Engel. 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