{"id":3237,"date":"2013-02-18T17:42:02","date_gmt":"2013-02-18T15:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=3237"},"modified":"2016-08-02T10:19:09","modified_gmt":"2016-08-02T09:19:09","slug":"aus-aktuellem-anlass-aus-dem-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=3237","title":{"rendered":"autismus als metapher."},"content":{"rendered":"<p>Der Text als PDF: <a href=\"http:\/\/gedankentraeger.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Der-Autismus-unserer-Zeit.-Zur-Popularit\u00e4t-einer-Metapher.pdf\">Der Autismus unserer Zeit. Zur Popularit\u00e4t einer Metapher<\/a><\/p>\n<p>In der Besprechung von Frank Schirrmachers neuem Buch &#8222;Ego. Das Spiel des Lebens&#8220; umschrieb Jakob Augstein letzte Woche mit einer zentralen Metapher Schirrmachers These, dass wir in einer Ideologie des Egoismus leben: &#8222;Eine Ideologie der K\u00e4lte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen f\u00fcr Psychopathen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Begriff Autismus geh\u00f6rt l\u00e4ngst zum Setzbaukasten des journalistischen Wortrepertoires. Das ist nicht neu, aber aufgrund der Sch\u00e4rfe des obigen Zitats erneut erw\u00e4hnenswert. Autismus als Metapher erfreut sich also noch immer gro\u00dfer Beliebtheit. Das gilt f\u00fcr viele Gebiete. Im Jahr 2000 gr\u00fcndete Bernard Guerrien zum Beispiel die Bewegung der <em>Post-autistischen \u00d6konomie<\/em>. Autismus wird darin im Sinne einer wirtschaftlichen Abschottung definiert, die \u00fcberwunden werden muss.<\/p>\n<p>Die Geografin und Architektin Maria Kaika von der University of Manchester machte 2012 in der zeitgen\u00f6ssischen Stadtplanung eine <em>Autistische Architektur<\/em> aus. Ikonische Wahrzeichen ber\u00fchmter Architekten f\u00fcgten sich nicht mehr in ein Bedeutung schaffendes Gesamtbild ein. Autistische Architektur wird definiert als eine pathologische Versunkenheit in und Besch\u00e4ftigung mit sich selbst, bis zum Ausschluss der \u00e4u\u00dferen Welt.<\/p>\n<p>Autismus begegnet uns heute allerorten als Metapher, ob in den Medien, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Architektur, oder auch auf dem Schulhof des <em>Colegio Andino<\/em>, der Deutschen Schule in Bogot\u00e1, Kolumbien, wo mein Bruder als Lehrer arbeitet und h\u00f6rte, wie sich ein Junge \u00fcber einen anderen \u00e4rgerte: &#8222;\u00bfEres aut\u00edstico?&#8220;<\/p>\n<p>Doch was macht die Autismusmetapher so reizvoll?<\/p>\n<p><strong>Zwischen Vereinzelung und Vernetzung<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte jahrelang den Begriff Autismus als <em>Google Alert<\/em> abonniert. Eigentlich wollte ich mich damit \u00fcber neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Laufenden halten, doch ich merkte schnell, dass stattdessen zum Gro\u00dfteil Autismusmetaphern in den Posteingang meiner E-Mail gesp\u00fclt wurden. Mit der Zeit kristallisierten sich Gebiete und Themen heraus, f\u00fcr die die Autismusmetapher besonders gerne benutzt wurde.<\/p>\n<p>So ist heute fast alles, was mit dem Internet zu tun hat, potentiell autismusverd\u00e4chtig. In einem Zeitungsartikel hie\u00df es etwa: \u201eDie Spielkonsole hat Hunderttausende in den Autismus getrieben.\u201c Andererseits verwirklichen Dienste wie Twitter, Facebook und Google+ ein permanentes Sich-miteinander-Abgleichen durch pausenlose Kommunikation. Allerdings nur virtuell.<\/p>\n<p>Sind wir also isoliert oder verbunden? Die Metapher Autismus dient als Referenzgrundlage einer digitalisierten Gesellschaft, in der jeder alleine vor dem Computer sitzt, und in der dem Autismus der Spielkonsole die letztlich ebenso autismusverd\u00e4chtige Eingebundenheit in virtuelle Kommunikation entgegensteht.<\/p>\n<p>Nicholas Epley und Adam Waytz von der University of Chicago haben im Oktober 2011 eine Untersuchung vorgestellt, nach deren Ergebnis Menschen mit engen sozialen Kontakten dazu neigen, Personen au\u00dferhalb ihres sozialen Umfelds zu entmenschlichen. Nach ihren Untersuchungen kann das Gef\u00fchl sozialer Eingebundenheit dazu verleiten, Menschen au\u00dferhalb der Gruppe als weniger wertvoll zu betrachten.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer eines Versuches wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der einen Gruppe f\u00fcllten einen Fragebogen aus, w\u00e4hrend ein Freund zusammen mit ihnen im Raum sa\u00df. Die anderen erledigten diese Aufgabe in Anwesenheit eines Unbekannten. Beiden Gruppen wurden Fotos von elf Menschen vorgelegt, die als inhaftierte Terroristen pr\u00e4sentiert wurden, angeblich f\u00fcr die Planung der Attentate auf das World Trade Center verantwortlich. Anschlie\u00dfend beantworteten die Versuchsteilnehmer eine Reihe von Fragen, darunter auch, in welchem Ma\u00dfe sie Foltertechniken wie simuliertes Ertrinken und Elektroschocks f\u00fcr vertretbar hielten. Die Forscher fanden heraus, dass die Gruppe der sozial eingebundenen Personen, die den Fragebogen in Anwesenheit eines Freundes ausgef\u00fcllt hatten, die Gefangenen deutlich st\u00e4rker entmenschlichten und wesentlich eher bereit waren, Verletzungen gutzuhei\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8222;Enge soziale Kontakte zu anderen haben sehr positive Auswirkungen auf die eigene k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit&#8220;, schrieben die Forscher. &#8222;Aber sie ersticken auch die Motivation, soziale Kontakte au\u00dferhalb der Gruppe zu kn\u00fcpfen und k\u00f6nnen die empfundene Distanz zwischen <em>uns<\/em> und <em>ihnen<\/em> vergr\u00f6\u00dfern.&#8220; In der Distanz zwischen uns und ihnen symbolisieren die Autisten das Au\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Das Kokettieren mit dem Autismus<\/strong><\/p>\n<p>Das alleine scheint mir aber zu kurz gedacht. Offensichtlich besteht in der Verwendung des Autismusbegriffs auch ein Wechselspiel von Anziehung und Absto\u00dfung. Wenn man zum Beispiel die Tatsache, den Urlaub bewusst ohne Internet und Handy verbracht zu haben, damit beschreibt, dass man sich autistisch verhalten h\u00e4tte, kokettiert man mit dem Bild. Autismus impliziert dann die Illusion eines wenigstens tempor\u00e4r non-konformen Verhaltens, welches durch die st\u00e4ndige Kommunikation immer seltener wird. Zumindest als ephemere Erfahrung ist der Autismus damit heute vielleicht auch gerade besonders reizvoll.<\/p>\n<p>Dies ist nat\u00fcrlich kein neu entstandener Topos. Das Heraustreten aus der Gemeinschaft wird schlie\u00dflich gerade unter K\u00fcnstlern seit langem als reizvoller Gedanke zelebriert und formuliert, man denke nur an Gustave Flauberts Begriff der <em>impassibilit\u00e9<\/em>, der k\u00fchlen Teilnahmslosigkeit des Dichters, oder an Paul C\u00e9zannes bewusst propagiertes Leben als Solit\u00e4r. Paul Eluard schrieb: &#8222;Ich tr\u00e4ume davon, losgel\u00f6st von allem zu sein. Aber leider besteht kaum die Aussicht, dass sich das erf\u00fcllen wird.&#8220;<\/p>\n<p>Dieser Satz scheint f\u00fcr unsere allzeit vernetzte Zeit geradezu emblematisch. Die Besch\u00e4ftigung mit dem Autismus setzt insofern eine lange k\u00fcnstlerische Tradition des Wechselspiels zwischen Teilhabe und Isolierung fort, ein Wechselspiel, das sich in unserem Leben im fr\u00fchen 21. Jahrhundert zwischen den Polen der Vereinzelung und der Vernetzung bewegt.<\/p>\n<p><strong>Verk\u00fcmmernde Pers\u00f6nlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Im Film <em>The Social Network<\/em> begegnet der Erfinder von Facebook, Mark Zuckerberg, dem Zuschauer als ein Computer-Nerd, der wenig Augenkontakt h\u00e4lt, der Sprachwendungen und Doppeldeutigkeiten nicht versteht, der alles w\u00f6rtlich nimmt und selbst in harmlosen Gespr\u00e4chen pedantisch auf Genauigkeiten beharrt. Dass das, was er sagt, andere verletzen k\u00f6nnte, versteht er nicht. Kurzum, Drehbuchautor Aaron Sorkin und Regisseur David Fincher portr\u00e4tieren Zuckerberg in ihrem Film als Autisten.<\/p>\n<p>Die Schriftstellerin Zadie Smith schrieb in der <em>New York Review of Books<\/em> im November 2010 \u00fcber den Film und die Generation Facebook. Der Typus des &#8222;sozialen Autisten&#8220; sei uns in der heutigen Zeit sehr augenf\u00e4llig: &#8222;Wir kennen diesen Typen. \u00dcberprogrammiert, grimmig, einsam.&#8220; Interessant ist dabei, dass es ihr gar nicht um eine tats\u00e4chliche Diagnose geht, sondern um die Zuschreibung einer Generation, deren Pers\u00f6nlichkeit von den oberfl\u00e4chlichen M\u00f6glichkeiten der Facebook-Software gepr\u00e4gt werde. In sozialen Netzwerken sei Verbindung das ultimative Ziel, die Qualit\u00e4t dieser Verbindungen spiele eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Falsch-fr\u00f6hlich, pseudo-freundschaftlich, selbst-vermarktend und gekonnt unaufrichtig w\u00fcrden die Menschen Auskunft \u00fcber sich geben, ohne dass komplexe Gef\u00fchle, W\u00fcnsche und \u00c4ngste im Profil ihren Ausdruck finden k\u00f6nnten, denn eine tiefere, komplexe Dimension sehe die Zuckerberg-Software nicht vor. Auf Facebook schrumpfe alles: individueller Charakter, Freundschaften, Sprache, Sensibilit\u00e4t. Smith beschreibt dies als transzendentale Erfahrung: wir verlieren unsere K\u00f6rper und auch die komplexen Gef\u00fchle. Das von seiner Vielschichtigkeit befreite Selbst sei alles andere als frei. Unsere Pers\u00f6nlichkeit verflache. Der Typus des &#8222;sozialen Autisten&#8220; erfasse diese Entwicklung in einem komprimierten Begriff.<\/p>\n<p>Der Soziologe Georg Simmel beschrieb 1903 in <em>Die Gro\u00dfst\u00e4dte und das Geistesleben<\/em> die Auswirkungen der St\u00e4dte auf das Nervenleben. W\u00e4hrend immer einseitigere Leistungen vom Individuum verlangt w\u00fcrden und sich die Leistungen im Speziellen steigerten, verk\u00fcmmere die Pers\u00f6nlichkeit. Wir begegnen dieser Argumentation mehr als hundert Jahre sp\u00e4ter bei Zadie Smith und dem von ihr so genannten Typus des &#8222;sozialen Autisten&#8220; wieder. Simmel pr\u00e4gte argumentativ vor, was viele heute mit Autismus assoziieren, Spezialisierung und verk\u00fcmmerte Pers\u00f6nlichkeit, 1903 selbstverst\u00e4ndlich noch ohne den Namen und das Konzept Autismus gedacht. Simmel sprach von Atomisierung.<\/p>\n<p><strong>Reiz\u00fcberflutung<\/strong><\/p>\n<p>Die verk\u00fcmmernde Pers\u00f6nlichkeit h\u00e4ngt wiederum unmittelbar mit einem weiteren Thema zusammen, das sowohl f\u00fcr unsere Zeit, als auch f\u00fcr den Autismus bedeutsam ist: Reiz\u00fcberflutung. Der Journalist Nicholas Carr er\u00f6ffnete 2008 mit dem Aufsatz <em>Macht uns Google dumm?<\/em> eine Debatte \u00fcber die Reiz\u00fcberflutung im Internet. Darin interpretiert Carr das Internet als einen evolutionsgeschichtlichen Wendepunkt, unsere Aufmerksamkeitsspanne verk\u00fcrze sich bedenklich. \u00c4hnlich ein Jahr sp\u00e4ter Frank Schirrmachers Bedenken in <em>Payback<\/em>. Geradezu w\u00f6chentlich erscheinen nun Artikel dar\u00fcber, ob das Internet und die damit unweigerlich verbundene Reiz\u00fcberflutung uns verdummen oder gerade im Gegenteil unsere Denkleistungen verbessern k\u00f6nnen. Interessant f\u00fcr die Autismusmetapher ist, dass sich auch hier wieder Parallelen zwischen Autisten und neurotypischen Menschen auftun.<\/p>\n<p>\u00dcberforderung bei der Verarbeitung von Sinneseindr\u00fccken ist ein zentrales Problem f\u00fcr Autisten, doch dieses Problem kennen heute auch Nicht-Autisten nur zu gut. Als er das erste Mal nach New York kam, habe er sich wie ein Autist gef\u00fchlt, berichtete der Musiker Sxip Chirey im Oktober 2010 in einer Radiosendung dar\u00fcber, ob der Mensch die Stadt pr\u00e4gt oder vielleicht umgekehrt die Stadt den Menschen. Er habe die Welt in New York wie ein autistisches Kind erlebt, das die vielen Reize, die auf es einprasseln, nicht filtern und ordnen kann. Chireys Beschreibungen der Parallelen zwischen der Wahrnehmung von Autisten und seiner eigenen ersten Wahrnehmung von New York sind ein typisches Beispiel daf\u00fcr, wie der Autismus heute gerne zur Erkl\u00e4rung einer \u00dcberforderung herangezogen wird.<\/p>\n<p><strong>Integrationsverweigerung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man Parlamentsprotokolle auf den Begriff Autismus hin durchsucht, bekommt man seitenlange Eintr\u00e4ge. Im Parlament ist es beliebt, den Autismus in die N\u00e4he des Fundamentalismus zu r\u00fccken, so sagte etwa MdB Rolf Feldmann von der FDP: &#8222;Im Klartext: Die Milit\u00e4rs spielen weiter mit der Existenz der Menschheit und behaupten wie eh und je, sie h\u00e4tten alles im Griff. Und auf diesen brandgef\u00e4hrlichen Autismus sollen wir unsere Sicherheit und unsere Zukunft gr\u00fcnden?&#8220;<\/p>\n<p>Der Abgeordnete Hans von der CDU mahnte: &#8222;Zur Besonnenheit geh\u00f6rt, zu unterscheiden zwischen den Millionen Moslems, von denen viele hier im Westen in unserem toleranten Lebensstil eingebunden sind, und den paar tausend fanatischen Autisten, die unsere Kultur &#8211; damit meine ich die westliche und die islamische &#8211; global und total bedrohen.&#8220;<\/p>\n<p>In der Politik spitzt sich der Autismus zum Gegenspieler der Demokratie schlechthin zu. Dem Autismus werden Adjektive wie &#8218;brandgef\u00e4hrlich&#8216; und &#8218;fanatisch&#8216; an die Seite gestellt, die die Wahrnehmung einer Gefahr noch verst\u00e4rken. Der Begriff Autismus dr\u00fcckt die kollektive Abscheu der demokratischen Staaten gegen\u00fcber ihren Gegnern, vor allem Terroristen, aus. Die politische Metapher wird zur Variation des guten Ganzen gegen den einzelnen Abtr\u00fcnnigen.<\/p>\n<p><strong>Verlust des Verantwortungsgef\u00fchls<\/strong><\/p>\n<p>Reinhart Lempp ist Facharzt f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und emeritierter Professor der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. In seiner Praxis im Umgang mit autistischen Kindern und Jugendlichen bemerkte auch er Parallelen zwischen den Beeintr\u00e4chtigungen einer autistischen Wahrnehmung und Wesensmerkmalen unserer Zeit. In seinem Buch <em>Die autistische Gesellschaft. Geht die Verantwortlichkeit f\u00fcr andere verloren?<\/em> schrieb er \u00fcber unseren t\u00e4glichen Autismus, \u00fcber die Kontaktst\u00f6rung unserer Alltagswelt. Es k\u00e4men zwar immer mehr Menschen miteinander in Ber\u00fchrung, aber sie k\u00e4men nicht in psychischen Kontakt miteinander. Die Menschen n\u00e4hmen sich gegenseitig nicht mehr wahr. Das Leben nebeneinander her f\u00fchre zu einer zunehmenden Verantwortungslosigkeit gegen\u00fcber den Mitmenschen und somit zu einer Aufk\u00fcndigung der Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Im Magazin <em>Theater Heute<\/em> schrieb die Literaturwissenschaftlerin Branka Schaller-Fornoff in einer Titelgeschichte \u00fcber Belgrad und den Balkan: &#8222;T\u00e4glich und doch immer v\u00f6llig unerwartet bekomme ich zu h\u00f6ren, wie viel besser das Leben im Sozialismus war, das vereinte Jugoslawien. Diese Demokratie, dieser Kapitalismus, sie h\u00e4tten nichts Gutes gebracht. Ein Medienwissenschaftler sagt mir lakonisch, die Leute seien total autistisch geworden, ihre Mitmenschen interessierten sie nicht mehr. Er geht jetzt auch weg.&#8220;<\/p>\n<p>Neben der Autismusdiagnose f\u00fcr den Kapitalismus spielt das Zitat auch auf das Autistische unserer zunehmend transitorischen Existenz an, auf den Autismus der Mobilit\u00e4t: &#8222;Er geht jetzt auch weg.&#8220; Noch nie sind wir so oft umgezogen, weltweit, haben so oft den Arbeitplatz und die Partner gewechselt, international. Alles ist im Fluss, immer, und morgen k\u00f6nnte man schon ganz woanders sein. Mitgef\u00fchl und Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die Gemeinschaft sind so ungleich schwerer zu leben, so die Idee dieser Autismusmetapher.<\/p>\n<p><strong>Krankheit als Metapher<\/strong><\/p>\n<p>In der Metapher geht es in den verschiedensten Zusammenh\u00e4ngen fast immer um das Vereinzelte als Gegenbild des Gemeinsamen, ein neuralgischer Punkt unserer globalisierten, kapitalistischen und von Technik gepr\u00e4gten Lebens- und Arbeitswelt.<\/p>\n<p>Susan Sontag beobachtete in <em>Krankheit als Metapher<\/em>, wie Tuberkulose im 19. Jahrhundert und Krebs im 20. Jahrhundert zu Syndromen wurden, die zentrale \u00c4ngste und Gefahren der Gesellschaft verdeutlichten. Dass eine bestimmte Krankheit eine kulturelle Dominanz entwickelt, lie\u00df sich laut Susan Sontag an wissenschaftlichen Untersuchungen im 20. Jahrhundert erkennen: sie wiesen hohe \u00dcbereinstimmungswerte zwischen dem Vorkommen von Krebs und den verbreiteten, allgemeinen Beschwerden der Zeit nach. Selbst Nichtkranke gaben demnach viele gleiche Beschwerden an, die auch Krebspatienten haben. Wenn eine Krankheit eine kulturelle Bedeutung entwickelt, greift sie um sich und l\u00f6st sich dabei auch von der Krankheit selbst: immer mehr Menschen erkennen sich in ihr wieder, ohne tats\u00e4chlich erkrankt zu sein.<\/p>\n<p>Dies gilt heute f\u00fcr den Autismus. Die f\u00fcr die Tuberkulose und den Krebs beschriebene Invasion des K\u00f6rpers hat sich heute durch Virtualit\u00e4t und Globalisierung zu einer Losl\u00f6sung vom K\u00f6rperlichen entwickelt, und w\u00e4hrend in den F\u00e4llen der Tuberkulose und des Krebs das fundamental Abschreckende die Assoziation des tats\u00e4chlichen Todes war, so ist es im Fall der Autismusmetapher die Assoziation des sozialen Todes.<\/p>\n<p>Der Ausdruck des Selbst im 19. Jahrhundert (Tuberkulose) wich im 20. Jahrhundert dem Ausdruck des gef\u00fchlten Selbstverlustes (Krebs), der wiederum nun, im beginnenden 21. Jahrhundert, von einem Ausdruck des gef\u00fchlten Gemeinschaftsverlustes \u00fcberschrieben wird (Autismus).<\/p>\n<p>Sich einen medizinischen Begriff zunutze zu machen, um neue hermeneutische M\u00f6glichkeiten zu schaffen, ist allerdings grunds\u00e4tzlich problematisch, darauf wies auch Susan Sontag immer wieder deutlich hin. In einem solchen Prozess l\u00f6st sich die Metapher unweigerlich vom tats\u00e4chlichen Syndrom und schneidet es auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse zu. Dies geht so weit, dass die geschaffenen Assoziationen \u00fcberhaupt nichts mehr mit dem tats\u00e4chlichen Syndrom zu tun haben.<\/p>\n<p><strong>Auswirkungen der Metaphorisierung<\/strong><\/p>\n<p>Der tats\u00e4chliche Autist hat im Gegensatz zum metaphorischen weder eine verk\u00fcmmerte Pers\u00f6nlichkeit noch wendet er sich als Integrationsverweigerer bewusst von der Gemeinschaft ab. Die Abwendung erfolgt eher in umgekehrter Richtung, n\u00e4mlich in dem Sinn, dass eine Gemeinschaft den Autisten ausschlie\u00dft, weil er ihre sozialen Spielregeln nicht versteht.<\/p>\n<p>Autisten leben nicht vereinzelt, sondern in Gemeinschaften, oft in der Familie und dort sogar oft l\u00e4nger als Nicht-Autisten, die meistens mit achtzehn oder neunzehn ausziehen. Autisten lernen, mit Reiz\u00fcberflutung umzugehen. Was den behaupteten Verlust des Verantwortungsgef\u00fchls f\u00fcr unsere Mitmenschen betrifft, so l\u00e4sst sich gerade an engagierten Angeh\u00f6rigen, Therapeuten, Lehrern, \u00c4rzten und Pflegepersonal bestens erkennen, dass es sehr wohl noch Menschen mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein gibt, welches sie nicht nur als Meinung vor sich hertragen, sondern jeden Tag leben. Die Metapher greift immer zu kurz, verzerrt und schadet.<\/p>\n<p>Entfernt uns das Internet voneinander und l\u00e4sst es unsere Pers\u00f6nlichkeit verk\u00fcmmern? K\u00f6nnen wir der Flut an Reizen nicht mehr standhalten? L\u00f6st sich die Gemeinschaft auf und verschwindet jeder einfach in seinem eigenen Leben? Macht die globalisierte Welt uns gef\u00fchl- und verantwortungslos? Zur Formulierung dieser und vieler anderer Fragen benutzen wir die Autismusmetapher, und all diese Fragen sind mit einer enormen, ja existenziellen Angst besetzt.<\/p>\n<p>Egal ob zur Beschreibung wirtschaftlicher, k\u00fcnstlerischer, kultureller oder politischer Problemzust\u00e4nde unserer Zeit: indem die Metapher Autismus das Au\u00dfen definiert, eignet sie sich zwar augenscheinlich zum Versuch, eine auf verschiedensten Ebenen als gef\u00e4hrdet wahrgenommene Idee der Gemeinschaft wieder zu stabilisieren, indem sie die Gef\u00e4hrdungsmomente aus ihrem eigenen Inneren in ein Au\u00dfen \u00fcbertr\u00e4gt, n\u00e4mlich auf den au\u00dfen stehenden Autisten. Den Preis f\u00fcr die \u00dcbertragung dieser Gef\u00e4hrdung in die Autismusmetapher aber zahlen die Autisten und auch ihre Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p>Der Autist wird rhetorisch als entfernt und verschieden dargestellt, ihm wird die dialektische Funktion des Anderen aufgeb\u00fcrdet, er verk\u00f6rpert die Gefahr, den Ort, an den diejenigen nicht kommen wollen, die Teil der Gemeinschaft sind. Ob all diese \u00c4ngste dabei \u00fcberhaupt gerechtfertigt sind, oder wie viele Anteile an typischem Kulturpessimismus in neuem Gewand in diesen \u00c4ngsten stecken, das ist dabei noch eine ganz andere Frage.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Autismusmetapher gilt in jedem Fall: so pr\u00e4gnant sich dr\u00e4ngende zeitgen\u00f6ssische Fragestellungen durch die Brille des Autismus erfassen und verarbeiten lassen, weil die Defizite und St\u00e4rken, die mit Autismus verbunden sind, mit zentralen Fragestellungen unserer Gesellschaft korrespondieren, so dringend muss nun endlich auch die Frage gestellt werden, was Autismus als Metapher f\u00fcr die Menschen bedeutet, die tats\u00e4chlich autistisch sind.<\/p>\n<p><strong>Ein Syndrom unter Verdacht<\/strong><\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker problematisiert wird die Lage durch Positionierungen zum tats\u00e4chlichen Autismus. Nicht nur als Symbol, sondern auch als Syndrom ist Autismus zunehmend verd\u00e4chtig. Es ist erst zwei Monate her, dass Adam Lanza in Newtown in den USA 27 Menschen t\u00f6tete. Sofort wurde in den Medien weltweit spekuliert, dass Lanza vielleicht Autist gewesen sei. Zeugenaussagen hatten auf das Asperger-Syndrom hingedeutet. Diese Spekulationen wurden urs\u00e4chlich mit der Tat verbunden, sie wurden als Erkl\u00e4rungsversuch benutzt, die schreckliche Tat zu verstehen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches passierte letzten Monat nach dem Mord an Katrin Michalk in M\u00fcnchen. Eine Nachbarin meinte, der T\u00e4ter sei Autist gewesen und habe eine F\u00f6rderschule besucht. Die Berichterstattung zielte wieder auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Autismus und der Tat ab. &#8222;Psychogramm: So tickt der mutma\u00dfliche Sendling-M\u00f6rder&#8220; hie\u00df es etwa in der M\u00fcnchener Abendzeitung.<\/p>\n<p>Vor zwei Monaten, gerade als die Stigmatisierung des Autismus durch die Newtown-Berichterstattung einen H\u00f6hepunkt erreichte, wurde eine Studie der University of Western Australia in Perth ver\u00f6ffentlicht. Die Forscher untersuchten die gesamte, zwischen 1955 und 1969 geborene Bev\u00f6lkerung Westaustraliens, mehr als anderthalb Millionen Menschen. Sie verglichen Verhaftungen mit den Daten psychiatrischer Diagnosen und kamen zu dem Ergebnis, dass es kein erh\u00f6htes Kriminalit\u00e4tsrisiko in Bezug auf psychiatrische Probleme gibt. W\u00e4hrend Menschen mit einer Diagnose Schizophrenie zum Beispiel h\u00e4ufiger verhaftet wurden als Menschen mit einer Depression, lagen die Verhaftungszahlen f\u00fcr Suchterkrankte \u00fcber denen der Schizophrenie.<\/p>\n<p>Autisten sind viel h\u00e4ufiger Opfer als T\u00e4ter, zum Beispiel Opfer von Mobbing, in der Schule und am Arbeitsplatz. Sie sind oft von Ausgrenzung betroffen. Durch die verzerrte Berichterstattung werden sie allerdings im Gegenteil geradezu als Psychopathen dargestellt. In Bezug auf das Syndrom erfolgt eine \u00e4hnliche Instrumentalisierung wie in Bezug auf das Symbol. Dies legte auch das Zitat von Jakob Augstein nahe, der von einer <em>Ideologie von Psychopathen f\u00fcr Psychopathen<\/em> sprach.<\/p>\n<p>Wie und wo kann ich uns als Familie mit einem autistischen Kind in einer Gesellschaft verorten, die dem Autismus in der Metapher jeden Tag negative Z\u00fcge zuspricht, und die anhand des Syndroms ihre zeitgen\u00f6ssischen Krisen verhandelt?<\/p>\n<p>Frank Schirrmacher vermeidet in seinem neuen Buch eine Vereinnahmung des Autismus. Jakob Augsteins Text allerdings zeigt, dass die Rezensenten diesen Reifegrad leider noch nicht erreicht haben.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4gung des Symbols l\u00e4sst bereits deutliche R\u00fcckwirkungen auf die Wahrnehmung des Syndroms erkennen, wie Newtown und M\u00fcnchen leidvoll verdeutlicht haben. Es ist lange \u00fcberf\u00e4llig und sp\u00e4testens jetzt allerh\u00f6chste Zeit, den Autismus von der negativen Vereinnahmung zu befreien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Zitate<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Ego-Das-Spiel-des-Lebens\/Frank-Schirrmacher\/e339355.rhd\">Frank Schirrmacher: Ego. Das Spiel des Lebens<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-ueber-frank-schirrmachers-neues-buch-ego-a-882547.html\">Jakob Augstein: Im Zweifel links: Ohne Zweifel links<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Post-autistische_%C3%96konomie\">Post-autistische \u00d6konomie<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.artmagazine.cc\/content59837.html?month=2&amp;year=2012\">Autistische Architektur und fortgeschrittene urbane Marginalit\u00e4t<\/a>]<\/p>\n<p>[Adam Waytz &amp; Nicholas Epley: \u201cSocial Connection Enables Dehumanization.\u201d In: Journal of Experimental Social Psychology, volume 48, Issue 1, January 2012, Pages 70\u201376. <a href=\"http:\/\/www.kellogg.northwestern.edu\/News_Articles\/2011\/connection-disconnection.aspx\">The Connection Disconnection<\/a>]<\/p>\n<p>[Paul Eluard, &#8222;Liebesbriefe an Gala&#8220;, dtv 1990, S. 304]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/archives\/2010\/nov\/25\/generation-why\/\">Zadie Smith: Generation Why?<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/6598\/1\">Georg Simmel: Die Gro\u00dfst\u00e4dte und das Geistesleben<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.theatlantic.com\/magazine\/archive\/2008\/07\/is-google-making-us-stupid\/306868\/\">Nicholas Carr: Is Google Making us Stupid?<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Payback\/Frank-Schirrmacher\/e228696.rhd\">Frank Schirrmacher: Payback<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.radiolab.org\/2010\/oct\/08\/\">Do we make the city or does the city make us? How we become behaviourally enmeshed in cities and how they operate almost like independent organisms.<\/a>]<\/p>\n<p>[MdB Feldmann: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 13\/116 vom 27.06.1996, Seite 10546]<\/p>\n<p>[Abg. Hans: Landtag des Saarlandes, 12. Wahlperiode, 30. Sitzung am 26. September 2001, Gedenkworte und Erkl\u00e4rungen zu den Terroranschl\u00e4gen in den USA am 11. September 2001.\u00a0 Protokoll S. 1421]<\/p>\n<p>[Reinhart Lempp: Die autistische Gesellschaft. Geht die Verantwortlichkeit f\u00fcr andere verloren? K\u00f6sel 1996]<\/p>\n<p>[Branka Schaller-Fornoff: Mehr Kampf, mehr Frust, mehr Intensit\u00e4t. In: <a href=\"http:\/\/www.kultiversum.de\/Theaterheute\/Ausland-Serbien-Belgrad-.html\">Theater Heute, Januar 2012<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.susansontag.com\/SusanSontag\/books\/illnessAsMetaphor.shtml\">Susan Sontag: Illness as metaphor<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/psychologie\/adam-lanza-litt-der-amoklaeufer-von-newtown-am-asperger-syndrom-a-873088.html\">Cinthia Brise\u00f1o: Adam Lanza. Litt der Amokl\u00e4ufer von Newtown am Asperger-Syndrom?<\/a>]<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/inhalt.mord-an-katrin-michalk-psychogramm-so-tickt-der-mutmassliche-sendling-moerder.4e169bd0-c0c5-4a8f-98b5-b12eef016755.html\">Nina Job: Mord an Katrin Michalk. Psychogramm: So tickt der mutma\u00dfliche Sendling-M\u00f6rder<\/a>]<\/p>\n<p>[Morgan VA, Morgan F et al.: \u201cA whole-of-population study of the prevalence and patterns of criminal offending in people with schizophrenia and other mental illness.\u201d In: Psychol Med. 2012 Dec 13:1-12. [Epub ahead of print] <a href=\"http:\/\/neuroskeptic.blogspot.co.uk\/2012\/12\/mental-illness-and-crime-yet-again.html\">Mental Illness and Crime, Yet Again<\/a>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Text als PDF: Der Autismus unserer Zeit. Zur Popularit\u00e4t einer Metapher In der Besprechung von Frank Schirrmachers neuem Buch &#8222;Ego. Das Spiel des Lebens&#8220; umschrieb Jakob Augstein letzte Woche mit einer zentralen Metapher Schirrmachers These, dass wir in einer Ideologie des Egoismus leben: &#8222;Eine Ideologie der K\u00e4lte und des Autismus. 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