{"id":4009,"date":"2014-06-04T10:03:46","date_gmt":"2014-06-04T09:03:46","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=4009"},"modified":"2014-06-16T11:55:42","modified_gmt":"2014-06-16T10:55:42","slug":"erinnerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=4009","title":{"rendered":"erinnerung."},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ich dachte wie ein Kind: Die Vergangenheit brauchte ich nicht.<br \/>\nMir fiel nie ein, dass die Vergangenheit mich brauchen k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p><em>Jonathan Safran Foer, Extrem laut und unglaublich nah<\/em><\/p>\n<p><a title=\"km 00\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14363028513\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"km 00\" src=\"http:\/\/farm4.staticflickr.com\/3858\/14363028513_5a6b0b17ce_n.jpg\" alt=\"km 00\" width=\"240\" height=\"320\" \/><\/a><\/p>\n<p>KM 00, Normandie.<\/p>\n<p>&#8222;Erinnern bedarf der Darstellung&#8220;, hei\u00dft es am Ende von Aleida Assmanns Buch <em><a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/Assmann-neue-Unbehagen-Erinnerungskultur\/productview.aspx?product=12192696\">Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur<\/a><\/em>. Die K\u00fcste der Alliiertenlandung in der Normandie ist eine riesige Gedenkst\u00e4tte. \u00dcbermorgen am 6. Juni j\u00e4hrt sich der D-Day zum 70. Mal und gerade jetzt summt die Gegend geradezu vor Erinnerung. Ich war mit Alumni der Cornell University und der Penn State University dort. Wir besuchten viele Orte: die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Batterie_Longues-sur-Mer\">Batterie Longues-sur-Mer<\/a>, den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mulberry-Hafen\">Mulberry-Hafen in Arromanches<\/a>, die Steilk\u00fcste <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pointe_du_Hoc\">Pointe du Hoc<\/a>, nat\u00fcrlich Omaha Beach, Utah Beach, den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gedenken_an_die_Operation_Overlord#Amerikanische_Soldatenfriedh.C3.B6fe\">amerikanischen Friedhof in Colleville-sur-Mer<\/a> und den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Kriegsgr%C3%A4berst%C3%A4tte_La_Cambe\">deutschen Friedhof von La Cambe<\/a>.<\/p>\n<p><a title=\"Utah Beach mit Gruppe\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14156240390\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Utah Beach mit Gruppe\" src=\"http:\/\/farm3.staticflickr.com\/2896\/14156240390_dea16b9e3e_n.jpg\" alt=\"Utah Beach mit Gruppe\" width=\"320\" height=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<p><a title=\"Kranzniederlegung\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14319731206\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Kranzniederlegung\" src=\"http:\/\/farm3.staticflickr.com\/2913\/14319731206_b83b1d5598_n.jpg\" alt=\"Kranzniederlegung\" width=\"240\" height=\"320\" \/><\/a><\/p>\n<p><a title=\"Amerikanischer Friedhof\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14342059864\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Amerikanischer Friedhof\" src=\"http:\/\/farm4.staticflickr.com\/3920\/14342059864_b31451dcf3_n.jpg\" alt=\"Amerikanischer Friedhof\" width=\"320\" height=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Absolvent der Penn State University ist auf dem amerikanischen Friedhof begraben. Ich habe auf Wunsch der Universit\u00e4t in Honfleur einen Kranz gekauft und beim Friedhof eine spezielle Zeremonie bestellt: Ein Mitarbeiter bringt einen kleinen Eimer Sand vom Omaha Beach ans Grab, reibt den Sand \u00fcber das Kreuz, b\u00fcrstet es ab und nur in den Buchstaben verbleibt dann Sand, so dass der Name deutlich lesbar wird. Die Repr\u00e4sentantin der Universit\u00e4t sprach ein paar Worte und die Gruppe sang ihre Alma Mater. (Eine sehr amerikanische Erinnerungskultur, mit \u00fcber siebzig Jahren f\u00fchlen sie sich ihrer Universit\u00e4t noch sehr verbunden.)<\/p>\n<p>Die Kranzniederlegungszeremonie war sehr bewegend. In Emotionalisierung macht man den Amerikanern so schnell nichts vor. Ich hatte in Vorbereitung der Reise <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/Assmann-neue-Unbehagen-Erinnerungskultur\/productview.aspx?product=12192696\">Aleida Assmann<\/a> gelesen und zum Auftakt der Reise in Paris noch Katja Petrowskajas <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/vielleicht_esther-katja_petrowskaja_42404.html\"><em>Vielleicht Esther<\/em><\/a>. Mit diesen beiden Stimmen im Kopf bewegte ich mich durch diese Woche des Erinnerns an der Landungsk\u00fcste.<\/p>\n<p>Ich musste daran denken, was Aleida Assmann bez\u00fcglich der deutschen Erinnerungskultur <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/Assmann-neue-Unbehagen-Erinnerungskultur\/productview.aspx?product=12192696\">\u00fcber das Unbehagen an Ritualen<\/a> schrieb: &#8222;Kritisiert werden vor allem drei Komponenten der Erinnerung: <em>Emotionalit\u00e4t<\/em> (Pathos der Betroffenheit), <em>Inszenierung<\/em> (leere rituelle Wiederholungen) und <em>Institutionalisierung<\/em> (Festschreibung der Erinnerung f\u00fcr die Zukunft). [\u2026] Ein dumpfes Unbehagen an der deutschen Erinnerungskultur hat es im rechten Spektrum immer schon gegeben. Jetzt aber steht es zunehmend auch auf der Agenda von Wissenschaftlern und Intellektuellen, die den demokratischen Wertekonsens keineswegs in Frage stellen wollen.&#8220; Assmann identifiziert diese Kritik als Abrechnung mit der 68er Generation, als Generationenkonflikt. Sie verteidigt die Erinnerungskultur \u00fcberzeugend, auch mit dem aktuellen Bezug zum NSU-Skandal, der wieder leidvoll gezeigt hat: &#8222;Eine Zivilgesellschaft ist eine prek\u00e4re Institution und kein stabiler Besitz; sie ist nie ein f\u00fcr allemal gegeben, sondern muss sich als solche immer wieder bew\u00e4hren, best\u00e4tigen und argumentativ durchsetzen. [\u2026] Auf dem Weg zu einer empathischen Gesellschaft geh\u00f6ren Erinnerungskultur und politische Bildung, Vergangenheit und Zukunft eng zusammen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sind die Deutschen also Weltmeister im Erinnern? Wenn ihnen dieser absurde Titel zukommt, dann nur, weil sie zuvor Weltmeister im Morden waren.&#8220; \u00dcberall st\u00f6\u00dft man in der Normandie nat\u00fcrlich auf diese Erkenntnis. Ganz am Anfang hatte ich ein bisschen Bedenken gehabt, dass die amerikanische Gruppe es vielleicht nicht gut findet, ausgerechnet mit einer Deutschen diese Woche zu verbringen. Beim <em>Welcome Meeting<\/em> hatte ich diese Bedenken in einen Witz verpackt und gesagt: &#8222;Not that you wonder how you got stuck with a German, of all people, visiting the D-Day sites. I&#8217;m only here for the organizational part. A very knowledgeable British historian will guide us through the week.&#8220; Sie lachten alle, zum Gl\u00fcck fand niemand es bl\u00f6d, dass ich dort war. (Und unser britischer Guide war wirklich hervorragend.)<\/p>\n<p>[Im Laufe der Woche sprachen mich mehrere Leute darauf an, warum wir nachfolgenden Generationen noch so z\u00f6gerlich seien. Ich glaube, dass es auch daran liegt, dass die Geschichte nicht irgendwann auserz\u00e4hlt vor uns liegen wird, wie Aleida Assmann schreibt: &#8222;Jede Offenbarung verbirgt zugleich etwas anderes, was dann auf weitere Enth\u00fcllung wartet. Immer bleibt ein Rest des Schweigens, etwas, das man nicht wissen will, das man umgeht, dem man sich (noch) nicht stellen m\u00f6chte oder das man \u00fcbersieht und ignoriert.&#8220; Und: &#8222;Im Gegensatz zum amerikanischen Traum, der Vergangenheit und Herkunftsgeschichten annulliert und das Versprechen einer neuen, gl\u00fccklichen Zukunft macht, sind beim europ\u00e4ischen Traum Vergangenheit und Zukunft eng miteinander verkn\u00fcpft.&#8220;]<\/p>\n<p>Die Amerikaner reisen in die Normandie an einen Ort, an dem sie viele Verluste erlitten, aber auch einen gro\u00dfen Sieg errungen haben. Die Trauer mischt sich mit der Pathosformel der &#8222;Befreiung Europas.&#8220; Ich habe dieses Mal in der Normandie das erste Mal gesehen, dass die Erinnerungskultur vor Ort durch &#8222;mediales Erinnern&#8220; zur\u00fcckbeeinflusst wird. Es gibt eine neue Statue von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Winters\">Richard Winters<\/a>, der durch die HBO-Serie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Band_of_Brothers_%E2%80%93_Wir_waren_wie_Br%C3%BCder\"><em>Band of Brothers<\/em><\/a> bekannt geworden ist. Eine k\u00fcnstlerische Aufarbeitung der Erinnerung ist also so popul\u00e4r geworden, dass f\u00fcr einen der Protagonisten nun vor Ort eine Statue errichtet wurde. Erst die Serie l\u00f6ste dies anscheinend aus, wie ein Mann erz\u00e4hlte, der den Entstehungprozess und das Spendensammeln f\u00fcr die Statue in den USA mitverfolgt hat. &#8222;Erinnern bedarf der Darstellung&#8220;, wie wahr das ist, zeigt sich wohl auch an solchen Erinnerungsschleifen.<\/p>\n<p><a title=\"Richard Winters Statue\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14156356337\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Richard Winters Statue\" src=\"http:\/\/farm3.staticflickr.com\/2906\/14156356337_306be9cff6_n.jpg\" alt=\"Richard Winters Statue\" width=\"240\" height=\"320\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei BBC Travel gab es einen interessanten Beitrag zum Erinnern an den Ersten Weltkrieg: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/travel\/feature\/20140421-is-world-war-i-tourism-acceptable\"><em>Where to commemorate WWI<\/em><\/a>. (Wir waren in den letzten Herbstferien in Ypern und es war sehr beeindruckend.) Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Erinnern und dessen kommerziellem Ausverkauf. Dass der sogenannte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Katastrophentourismus\">Dark Tourism<\/a> oft zu weit geht, zeigt dieser Artikel \u00fcber Polen: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/travel\/blog\/20110210-travelwise-touring-historys-dark-side\"><em>Touring History&#8217;s Dark Side<\/em><\/a>. Neben der berechtigten Kritik an ausbeuterischen Ausw\u00fcchsen des Erinnerungstourismus finde ich es dennoch wichtig, Orte selbst zu sehen und zu erleben. Wenn man dies respektvoll tut, gibt es der abstrakten Erfahrung eine neue Dimension.<\/p>\n<p>Als wir auf dem deutschen Friedhof ankamen, war gerade eine Schulklasse dort gewesen.<\/p>\n<p><a title=\"Gedenken einer Schulklasse\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14342835625\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gedenken einer Schulklasse\" src=\"http:\/\/farm4.staticflickr.com\/3908\/14342835625_397fe3c0a2_n.jpg\" alt=\"Gedenken einer Schulklasse\" width=\"320\" height=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<p>In <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/vielleicht_esther-katja_petrowskaja_42404.html\"><em>Vielleicht Esther<\/em><\/a> ist das Reisen an verschiedene Orte auch ein wiederkehrender Teil der Erinnerungssuche. Das Buch ist gepr\u00e4gt von Wehmut (oder ist es Sehnsucht?) und gleichzeitig von einer gro\u00dfen Kraft, die daraus erw\u00e4chst.<\/p>\n<p>&#8222;Bei welcher Zahl verschwindet der Mensch? 10.000 Erschossene wurden unter der Marbacher Linde begraben, dr\u00fcben auf dem Berg, wenn ich mich nicht irre, wie soll ich mir das vorstellen, in meiner Schule waren wir nur 600, und in einem Stadion war ich noch nie. Wenn ich noch eine Null anh\u00e4nge, muss ich anfangen, strategisch zu denken, ich stelle mir die gro\u00dfen Schlafbezirke vor, in den Hochh\u00e4usern auf der Insel gegen\u00fcber von meinem Kiewer Haus leben genau hunderttausend Menschen, ich bringe sie heimlich in die Todesstatistik ein, ohne sie in ihrem Schlaf zu st\u00f6ren, nicht f\u00fcr immer, nur um diese Zahl zu verstehen, und dann lasse ich sie wieder ins Leben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir sind mit 20 Millionen Kriegstoten aufgewachsen, dann stellte sich heraus, es waren viel mehr. Durch Zahlen sind wir verw\u00f6hnt und verdorben, von der Vorstellung der Gewalt vergewaltigt, wenn man diese Zahlen versteht, akzeptiert man auch die Gewalt. Mich ergreift eine Schwermut, ich wei\u00df nicht, warum das alles so gew\u00f6hnlich klingt, fast langweilig.<\/p>\n<p>Ich wollte eine L\u00f6sung finden, f\u00fcr mich und f\u00fcr diejenigen, die heute hier wohnen und arbeiten, ich wollte mich erinnern und dar\u00fcber schreiben, es war aber eine T\u00e4tigkeit ohne absehbares Ende. Sisyphos wollte den Tod betr\u00fcgen, und Thanatos bestrafte ihn mit nie endender Arbeit, er holte ihn aus dem Schattenreich ins Leben zur\u00fcck und verurteilte ihn zu ewiger Besch\u00e4ftigung, ewiger M\u00fche, ewiger Erinnerung. Sisyphos rollte seinen Stein nach oben, im Schwei\u00dfe seines Angesichts, und wie das ausging, wissen wir.&#8220;<\/p>\n<p><a title=\"Wir sind alle 70\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44263469@N07\/14342829435\/\" rel=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Wir sind alle 70\" src=\"http:\/\/farm4.staticflickr.com\/3922\/14342829435_536c7c6a50_n.jpg\" alt=\"Wir sind alle 70\" width=\"240\" height=\"320\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/www.memorial-caen.fr\/\">Friedensmuseum in Caen<\/a> hat mich dann am Ende der Reise entt\u00e4uscht, dass es zu allen Opfergruppen Informationen gab, nur zu den Euthanasieopfern konnte ich nichts finden. Zu den Homosexuellen gab es nur eine ganz kleine Passage. Ich musste wieder an <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/vielleicht_esther-katja_petrowskaja_42404.html\"><em>Vielleicht Esther<\/em><\/a> denken: &#8222;Als die Ukraine vor zwanzig Jahren unabh\u00e4ngig wurde, bekamen mit der Zeit alle Opfergruppen ihr Monument: ein Holzkreuz f\u00fcr die ukrainischen Nationalisten, ein Denkmal f\u00fcr die Ostarbeiter, eines f\u00fcr zwei Mitglieder des geistlichen Widerstands, eine Tafel f\u00fcr die Zigeuner. Zehn Denkm\u00e4ler, aber keine gemeinsame Erinnerung, sogar im Gedenken setzt die Selektion sich fort.&#8220;<\/p>\n<p>Auch Aleida Assmann hat \u00fcber das Problem geschrieben, das so merkw\u00fcrdig Opferkonkurrenz hei\u00dft: Eine g\u00e4nzlich inklusive Opferkategorie bietet keinen Raum f\u00fcr die besondere Identit\u00e4t der einzelnen Gruppen, eine g\u00e4nzlich getrennte Opferkategorie dagegen perpetuiert die Selektion. Zur \u00dcberwindung der Opferkonkurrenz macht Assmann den Vorschlag eines <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/Assmann-neue-Unbehagen-Erinnerungskultur\/productview.aspx?product=12192696\">dialogischen Erinnerns<\/a>: &#8222;Ich verstehe dialogisches Erinnern ganz pragmatisch als wechselseitige Anerkennung von Opfer- und T\u00e4terkonstellationen in Bezug auf eine gemeinsame Gewaltgeschichte. [\u2026] W\u00e4hrend die monologische Erinnerung die eigenen Leiden ins Zentrum stellt, nimmt die dialogische Erinnerung das den Nachbarn zugef\u00fcgte Leid ins eigene Ged\u00e4chtnis mit auf.&#8220;<\/p>\n<p>[Das bleibt dann der Wunsch f\u00fcr die Zukunft: Dass auch die ermordeten Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen mehr in dieses dialogische Erinnern aufgenommen werden. Es ist kein Zufall, dass sie auch die letzten sind, die in Berlin ihre Gedenkst\u00e4tte erst noch bekommen \u2013 und wir schreiben das Jahr 2014.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich dachte wie ein Kind: Die Vergangenheit brauchte ich nicht. Mir fiel nie ein, dass die Vergangenheit mich brauchen k\u00f6nnte.&#8220; Jonathan Safran Foer, Extrem laut und unglaublich nah KM 00, Normandie. &#8222;Erinnern bedarf der Darstellung&#8220;, hei\u00dft es am Ende von Aleida Assmanns Buch Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur. Die K\u00fcste der Alliiertenlandung in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-4009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fernweh-und-heimweh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4009"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4009"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4009\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4064,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4009\/revisions\/4064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gedankentraeger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}