{"id":5320,"date":"2017-04-24T18:43:50","date_gmt":"2017-04-24T17:43:50","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=5320"},"modified":"2017-04-24T18:43:50","modified_gmt":"2017-04-24T17:43:50","slug":"israel-palaestina-dritter-teil-aschdod-negev-wueste-und-totes-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=5320","title":{"rendered":"israel &#038; pal\u00e4stina [dritter teil: aschdod, negev-w\u00fcste und totes meer]."},"content":{"rendered":"<p>Irgendwo habe ich gelesen, dass Israel nur so gro\u00df ist wie Hessen. Vom Norden ging es daher auch ganz gut, an einem Tag quer durchs Land in den S\u00fcden zu fahren. Unterwegs hatten wir uns mit meinem Cousin und seiner Familie in Aschdod verabredet. Mein Cousin ist urspr\u00fcnglich Franzose, wie auch seine Frau. Vor zw\u00f6lf Jahren haben sie die Alija gemacht. Sie haben sechs Monate in einem Immigrationszentrum gelebt und Hebr\u00e4isch gelernt. Heute haben beide eine Arbeit, die doppelte Staatsb\u00fcrgerschaft und f\u00fchlen sich l\u00e4ngst in Israel Zuhause. Au\u00dferdem haben sie einen achteinhalbj\u00e4hrigen Sohn.<\/p>\n<p>Wir reisten an einem Samstag. Also schrieb mein Cousin, wolle uns seine Frau gerne zum Sabbatessen einladen. Dieses Essen stellte sich zu unserer \u00dcberraschung als ein opulentes F\u00fcnf-G\u00e4nge-Men\u00fc heraus, welches sie schon am Vortag zubereitet hatte. Es wurde auf einer traditionellen Warmhalteplatte warm gehalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33951650066\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2823\/33951650066_46eeb689f2_z.jpg\" alt=\"Sabbatessen bei meinem Cousin in Ashdod\" width=\"640\" height=\"412\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beklemmend fand ich, als mir der Sohn den Bunker in der Wohnung zeigte. Anscheinend ist das nichts Ungew\u00f6hnliches, alle Wohnungen haben dort einen Bunker. Aschdod liegt nicht weit vom Gazastreifen entfernt und wenn von dort Tel Aviv angegriffen wird, kommen die Raketen in der Umgebung von Aschdod herunter. Als der Konflikt 2014 erneut ausgebrochen war, wurde einmal zum Beispiel auch das Nachbargeb\u00e4ude getroffen und die Fensterscheiben in der Wohnung meines Cousins zerbarsten.<\/p>\n<p>Wie Kinder so aufwachsen, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber von einem Achtj\u00e4hrigen einen Bunker gezeigt und die verschiedenen Funktionen\u00a0 erkl\u00e4rt zu bekommen (Atemanlage bei Giftgasangriffen), ist nat\u00fcrlich ein ganz sch\u00f6ner <em>reality check<\/em>. Ich sprach mit meinem Cousin dar\u00fcber, wie schwer es mir falle, das zusammen zu bringen: dass man unter st\u00e4ndiger Bedrohung so normal leben kann. Er meinte nur: &#8222;In Europa ist es doch auch schon ein bisschen so. Und es wird immer mehr so sein wie hier, da werdet ihr euch dann auch dran gew\u00f6hnen.&#8220;<\/p>\n<p>Eigentlich hatten wir auf dem Weg nur f\u00fcr ein bis zwei Stunden Halt machen wollen, blieben dann aber bis zum Abend. Ich habe mich sehr gefreut, meinen Cousin wiederzusehen und seine Frau und seinen Sohn kennen zu lernen. Um dann noch einigerma\u00dfen vor dem Dunkeln in unserer n\u00e4chsten Airbnb-Wohnung in Mitzpe Ramon anzukommen, fuhren wir auf die schnelle Route 6, eine Mautstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Interessanterweise konnten wir nirgendwo Kameras entdecken. Bei der Autovermietung hatte man uns gesagt, dass die Kennzeichen registriert werden, wenn man auf- und wieder abf\u00e4hrt. Die Benutzung werde dann zwei bis drei Monate nach R\u00fcckgabe des Autos in Rechnung gestellt, wenn der Vermieter die Abrechnung der Mautstelle erhalten habe. Zwischendurch mussten wir einmal zum Tanken abfahren und konnten wieder nicht erkennen, wo diese Registrierung ablaufen sollte. In Frankreich zum Beispiel kann man eine Mautstelle ja nun wirklich nicht verpassen. Ein bisschen spukig. Vielleicht etwas angesteckt von der latenten Paranoia, die man im Land immer mal wieder sp\u00fcrte, dachten wir nun auch schon dar\u00fcber nach, was hier wohl alles wie und wo registriert wurde. Das Tanken konnte man zum Beispiel fast \u00fcberall nicht in bar bezahlen, nur mit Kreditkarte. Au\u00dferdem musste man an der Zapfs\u00e4ule das Autokennzeichen eingeben, bevor man \u00fcberhaupt Sprit bekommen konnte. Mit solchen Daten lie\u00dfen sich Bewegungen im Land sicher auch ganz gut \u00fcberblicken.<\/p>\n<p>Auf der Fahrt erlebten wir dann bei ganz klarem Himmel unseren ersten Sonnenuntergang in der Negev-W\u00fcste. Fantastisch. Wir bezogen wieder problemlos unsere Wohnung, alles per Whatsapp unterwegs geregelt, zwischendurch sollte man auch immer mal wieder innehalten und sich wundern und dankbar sein, wie leicht so etwas heute alles geht.<\/p>\n<p>Die beiden folgenden Tage in der Negev-W\u00fcste geh\u00f6rten zu den absoluten Highlights unserer Reise. Am ersten Tag wanderten wir am Ramon-Krater, es war hei\u00df, der Himmel war blau und die Farben der W\u00fcste ungemein beeindruckend. Nachts wurde es erstaunlich kalt und wir schalteten sogar die Heizung ein, was ich tags\u00fcber niemals f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Am zweiten Tag besichtigten wir die Festung <a href=\"https:\/\/de.wikivoyage.org\/wiki\/Avdat\">Avdat<\/a>, eine ehemals wichtige Station der Handelskarawanen auf der Gew\u00fcrzstra\u00dfe (Weihrauchstra\u00dfe).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm4.staticflickr.com\/3948\/33150826504_9098b880fa_z.jpg\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33864597611\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2853\/33864597611_163f475c35_z.jpg\" alt=\"Beware of camels\" width=\"640\" height=\"412\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33994071915\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/3932\/33994071915_5787540cb2_z.jpg\" alt=\"Mitzpe Ramon\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33864488521\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2878\/33864488521_b77d772e51_z.jpg\" alt=\"Aufgang zu &quot;The Carpentry&quot;\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33608785480\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2836\/33608785480_a34395c92b_z.jpg\" alt=\"Negev\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33864252881\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/3927\/33864252881_e6b13a5c32_z.jpg\" alt=\"Negev\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33952453466\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/3943\/33952453466_9625a4c5f7_z.jpg\" alt=\"Avdat\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33952413356\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2905\/33952413356_21ba0bc195_z.jpg\" alt=\"Avdat\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33181061573\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2897\/33181061573_807a79d79f_z.jpg\" alt=\"Steinbock\" width=\"640\" height=\"479\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33608528040\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2897\/33608528040_b6192ddf08_z.jpg\" alt=\"Negev\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33608450980\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2876\/33608450980_3f74fb706d_z.jpg\" alt=\"&quot;Colored sands&quot;\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Toten Meer stoppten wir noch in Sede Boker. Dort kann man das ehemalige Haus von Ben Gurion besichtigen. Sein Grab befindet sich in einer atemberaubenden Szenerie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33150379834\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2891\/33150379834_181d9173e8_z.jpg\" alt=\"Sede Boker (Grab von Ben Gurion)\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33181547183\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2848\/33181547183_a82c394a83_z.jpg\" alt=\"Ben Gurion&#039;s Desert Home\" width=\"640\" height=\"427\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Toten Meer angekommen, hatten wir anderthalb Tage Zeit zum Entspannen. Das war zu diesem Zeitpunkt genau das Richtige, um endlich mal alle Eindr\u00fccke ein bisschen sacken lassen zu k\u00f6nnen. Und es ist schon toll, wie man da einfach auf dem Wasser liegen und sich treiben lassen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33181779473\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2841\/33181779473_658d1fd29e_z.jpg\" alt=\"Totes Meer\" width=\"640\" height=\"458\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/gedankentraeger\/33994521125\/in\/album-72157679285763173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/2933\/33994521125_e9b8dc220d_z.jpg\" alt=\"Totes Meer\" width=\"640\" height=\"364\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwo habe ich gelesen, dass Israel nur so gro\u00df ist wie Hessen. Vom Norden ging es daher auch ganz gut, an einem Tag quer durchs Land in den S\u00fcden zu fahren. Unterwegs hatten wir uns mit meinem Cousin und seiner Familie in Aschdod verabredet. Mein Cousin ist urspr\u00fcnglich Franzose, wie auch seine Frau. 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