{"id":5492,"date":"2008-06-18T12:26:00","date_gmt":"2008-06-18T11:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/gedankentraeger.de\/?p=5492"},"modified":"2008-06-18T12:26:00","modified_gmt":"2008-06-18T11:26:00","slug":"notitle-5002011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gedankentraeger.de\/?p=5492","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Jahre ist es schon her, John war zwei Jahre alt und wir gerade gemeinsam mitten in den Wirren der unkontrollierbaren Epilepsie gelandet, da las ich <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Moritz-mein-Sohn-Laura-Doermer\/dp\/3442125715\/ref=sr_1_3?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1213782386&#038;sr=8-3\">Laura Doermers Buch &#8222;Moritz mein Sohn&#8220;<\/a>, den Bericht einer Mutter \u00fcber ihr Leben mit einem therapieresistent epilepsiekranken Sohn. Ich las das Buch irgendwie mit der Idee, mich auf das vorzubereiten, was auf mich zukommt. Von der Lekt\u00fcre ist mir vor allem  der Anfang im Kopf geblieben, der Einstieg, der mir so hart vorkam: die Mutter sitzt in einer Klinik, w\u00e4hrend der schon \u00e4ltere Sohn unter Vollnarkose einer Zahnbehandlung unterzogen wird, und ausgehend von dieser Situation, dass noch nicht einmal eine Zahnbehandlung &#8222;normal&#8220; m\u00f6glich ist, erinnert sich die Mutter r\u00fcckblickend an den Lebensweg mit ihrem Sohn. Ich wei\u00df noch, dass mich das beim Lesen damals sehr bewegt hat: die Erkenntnis, dass nicht einmal eine Zahnbehandlung ohne Vollnarkose m\u00f6glich ist. Wow, dachte ich mir damals, wie umfassend anders das Leben sein wird. Ich fragte mich, wie man das mit einer Vollnarkose verbundene Bangen um das Kind wohl immer wieder aushalten k\u00f6nnen wird, und stellte mir vor, dass einen das schier wahnsinnig machen muss.<\/p>\n<p>Nun sind also f\u00fcnf Jahre ins Land gezogen, John hat trotz diverser Umst\u00e4nde, die die An\u00e4sthesie beeinflussen, schon einige Narkosen gut \u00fcberstanden, und morgen steht wieder eine an, dieses Mal erstmals zu einer Zahnbehandlung, und darum muss ich an das Leseerlebnis von vor f\u00fcnf Jahren zur\u00fcckdenken. Einst mahnte mich diese Schilderung so eindringlich. In der Diskrepanz dazu, wie ich das heute wahrnehme, zeigt sich der Weg, den wir seither beschritten haben, und der von viel Gutem und Positivem zeugt, denn mich macht das alles keineswegs schier wahnsinnig. Nat\u00fcrlich wird es mir mulmig sein, je n\u00e4her der Eingriff morgen kommt, aber ich wei\u00df auch, dass wir das alles gut \u00fcberstehen werden, und unn\u00f6tige Alarmbereitschaft uns \u00fcberhaupt nichts hilft. Und die Tatsache alleine, dass John f\u00fcr R\u00f6ntgen, Zahnsteinentfernen und ein Kariesloch f\u00fcllen eine Vollnarkose braucht, besch\u00e4ftigt mich \u00fcberhaupt nicht weiter: so ist das eben, und schlimm ist es nicht, da geht er eben mal einen Tag nicht in die Schule und ich nehme mir einen Tag frei.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch sehr genau an das Lesen der Eingangspassage in dem Buch, wie ich im Garten meiner Eltern auf der Liege unter der Birke lag, und nebenan pl\u00e4tscherte das Wasser im Teich, und ich war schockiert. Ich erinnere mich daran sehr genau, aber ich nehme das heute alles ganz anders wahr, nicht mehr so tragisch. Wie man auf Gef\u00fchle aus der Kindheit zur\u00fcckblickt, fast so kommt es mir vor, aber es sind nur f\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<p>[Das Buch fand ich damals \u00fcbrigens schon nicht besonders gut, und kann das aus heutiger Sicht nur best\u00e4tigen.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Jahre ist es schon her, John war zwei Jahre alt und wir gerade gemeinsam mitten in den Wirren der unkontrollierbaren Epilepsie gelandet, da las ich Laura Doermers Buch &#8222;Moritz mein Sohn&#8220;, den Bericht einer Mutter \u00fcber ihr Leben mit einem therapieresistent epilepsiekranken Sohn. 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