recht auf sparen auch für schwerstbehinderte.

Dies ist eine Petition von Constantin Grosch:

„Wie viel Geld darf ich sparen? Diese Frage werden sich wohl die wenigsten Menschen bisher gestellt haben. Warum auch? Für Menschen mit Behinderungen ist das anders. Wer trotz Behinderung erfolgreich einer Arbeit nachgeht und gar beruflich Karriere machen möchte, hat in Deutschland dazu eigentlich keinen Grund. Die Anstrengungen, die eine höher qualifizierte Berufsausbildung und Erwerbsarbeit mit sich bringen, zahlen sich selbst dann nicht aus, wenn der Karriereerfolg sich tatsächlich einstellt. In Deutschland werden voll berufstätige Menschen ohne eigenes Verschulden daran gehindert, zu sparen. Wir dürfen nicht mehr als 2.600 Euro auf dem Konto haben! Danach wird alles abkassiert.

Anlegen einer Altersvorsorge? Unmöglich.
Rücklagen für  Reparaturen, Ausfälle und Notfälle bilden? Nicht erlaubt.
Geld für einen Autokauf ansparen? Fehlanzeige.
Eine Erbschaft annehmen? Wozu?
Die große Liebe heiraten? Besser nicht.

Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung auf intensive Unterstützung durch z.B. persönliche Assistenz angewiesen sind, werden dadurch arm gehalten. Ein weitestgehend “normales” Leben und gesellschaftliche Teilhabe wird so unterbunden. Aber wie sieht das finanziell denn aus? Da die Inanspruchnahme einer persönlichen Assistenz, ohne die die meisten Menschen mit Behinderung nicht (über-)leben könnten, unter die Sozialhilfe fällt, gelten für diese auch die entsprechenden Regelungen. Behinderte zahlen die üblichen Steuern und Abgaben. Darüber hinaus zieht der Staat aber bis zu 40% des Einkommens zusätzlich ab. Sollte man trotzdem noch Geld sparen können, ist dies nicht gestattet. Mehr als 2.600 € darf ein Mensch mit Behinderungen, der auf intensive Hilfe angewiesen ist, nicht besitzen. Diese beiden Bestimmungen gelten auch für Ehepartner.“

[Ich habe die Petition unterschrieben. Wer das auch tun möchte, kann dies hier tun.]

4 thoughts on “recht auf sparen auch für schwerstbehinderte.

  1. Antworten
    Sylvia Wagner - 12. Juli 2013
  2. Antworten
    Moni - 12. Juli 2013

    Danke für den Link! Unglaublich.

  3. Antworten
    Sylvia Wagner - 13. Juli 2013

    Ja finde ich auch. Auch wenn die inzwischen eingelenkt haben und der seine Grundsicherung kriegt. Aber diese steife deutsche Bürokratie treibt Menschen „unter die Brücke“.

  4. Antworten
    tikerscherk - 21. September 2013

    Auch ich habe diese Petition im Juli unterschrieben und weitergeleitet.
    Das „Sparverbot2 ist ja nicht nur eine Diskriminierung, sondern bedeutet auch, dass behinderte Menschen künstlich in Abhängigkeit gehalten werden.
    Schon die Einstufung der persönlichen Assistenz als Sozialhilfe ist verkehrt.
    Hilfe in besonderen Lebenslagen muss eine eigene Kategorie sein, in der Einkommen, so wie bei der Vergabe von Kindergeld, keine Rolle spielt.

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