Wunderbarer Text zu „Lost“, den aber wohl wirklich nur Lost-Fans genießen können: „The opening act from the original unused teleplay of Lost’s pilot episode.“ Herrlich.
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Nach dem Treffen unserer Elterngruppe gestern Abend musste ich natürlich zwangsläufig wieder „Germany’s next top model“ einschalten. Ich kam erst nach zehn Uhr nach Hause, und schaltete gerade ein, als Christina vor der Jury stand und bewertet wurde. „Am Anfang warst Du ein Reh, ein Hase, ein Kätzchen“, sagt Heidi Klum gerade. „Aber Du hast Dich toll entwickelt, und jetzt sehen wir Dich an und sehen Christina. Du bist Christina! Das ist eine große Leistung, und darauf kannst Du stolz sein.“ Ich fasse es nicht, ich habe nur ein paar Sekunden eingeschaltet und bin schon wieder völlig überrollt. Diese Reihe von Tiervergleichen, absurd, und im Laufe der Show hat sie sich dann zu einem Menschen entwickelt, der sogar einen Namen verdient und jetzt erst, quasi plötzlich, eine Identität hat? Erst als sich die Jury die junge Frau nach eigenen Vorstellungen zurechtgebogen hat, erkennt sie Christina als Christina, und darauf soll Christina dann stolz sein. Irgendwie gehen hier so viele Ebenen durcheinander. Natürlich ist die Angesprochene über dieses Lob, nun endlich eine Identität zu haben, dann tatsächlich so gerührt, dass sie weinen muss. Die ewige Suche nach Anerkennung, deren Durst hier so aufs Äußerste gestillt wird. Sei’s drum, dass es nur durch verquere, fast scientologisch anmutende Praktiken geschieht.
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Soll es einen bei diesen ganzen Bewertungs- und Beurteilungsshows noch wundern, wenn die Jury nun bald alle Lebensbereiche durchdringt? In den USA hat eine Lehrerin die Klasse über einen autistischen Schüler entscheiden lassen. Sie hat die anderen Kinder gefragt, ob er nach einem „Fehlverhalten“ die Klasse verlassen soll. Die Kinderjury stimmte mit 14:2 gegen den autistischen Jungen und warf ihn hinaus. Ausgeschieden. Schalten Sie nächste Woche wieder ein um zu sehen, wer dann nicht mehr mithalten kann. („Alex Barton, 5, was instructed by his teacher to stand in front of the class and listen as other students described what they disliked about him, according to a police report.“ Klingt das etwa nicht nach GNT?)
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Interview mit der Mutter von Alex.
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Die New York Times hat eine Karte, die Krankheiten den Genen zuordnet, die sie gemeinsam haben: Mapping the Human „Diseasome“
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A set of Japanese interchange photos
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Wie man auf die Idee kommt, mit Flipflops Fahrrad zu fahren. Heute ist mir zum dritten Mal beinahe ein Radfahrer vors Auto gefallen, weil er mit seinen Flipflops fast das Gleichgewicht auf dem Fahrrad verloren hat. Fahrradfahren ist Bewegung, sogar recht schnelle Bewegung, Koordination, Balance, und damit von Natur aus unverträglich mit Flipflops, deren Träger vielleicht unfreiwillig, aber dennoch zwangsläufig, mit ihrem Schuhwerk eine lässige Gemütlichkeit signalisieren. Man muss schon beim Gehen ständig aufpassen, dass einem die Flipflops nicht wegrutschen, da kann man nicht schnell vorwärts kommen, Flipflops sagen: „Hey, ich hab’s nicht eilig.“ Fahrradfahren erfordert neben schmalen Pedalen, die sich schon nicht mit Flipflops vertragen, zusätzliche Balance und das harmoniert nun einmal nicht, jedenfalls habe ich noch niemanden erlebt, der diese Mischung gemeistert hätte, stattdessen strampeln sich flipfloptragende Fahrradfahrer umständlich, die Schuhe an den Pedalen verhakend, sie dabei fast verlierend, und darum schlingernd durch Berlin.
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Heute später, wenn das Kind schläft, Paul Grahams Text „Cities and ambition“ evtl. mal gegenlesen mit Simmels „Die Großstädte und das Geistesleben.“

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